Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Vorgriff auf die Nachfolge

13.04.2019 • 07:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Entwicklung des Vorarlberger Kulturbudgets in den letzten zehn Jahren kann sich sehen lassen. Waren es 2010 noch gut 14 Millionen Euro, die für Kunst und Kultur ausgegeben wurden, so sollen es im Jahr 2019 mehr als 24 Millionen sein. Landesrat Christian Bernhard präsentierte diese Zahlen vor gut einer Woche in einer Pressekonferenz, auf der er – gemeinsam mit Kulturamtsleiter Winfried Nußbaummüller – auch die Schwerpunkte dieses Jahres vorstellte.
Bernhard, der seit sieben Jahren für die Kultur zuständig ist, hat angekündigt, mit Ende dieser Legislaturperiode im kommenden Herbst seine Funktion niederzulegen. Man darf also seinen Rückblick und die Vorschau wohl auch als eine Art Bilanz ebenso wie als Vermächtnis sehen. Und Nußbaummüller war es sicher auch darum zu tun, größere Vorhaben vom noch amtierenden Landesrat absegnen zu lassen, um sie trotz des bevorstehenden Wechsels in der Regierung für die Zukunft abgesichert zu haben.

„Bernhard sprach von hoher Wertschätzung des Landes für Kunst, Kultur und Künstler.“


Bernhard sprach von „hoher Wertschätzung des Landes für Kunst, Kultur und Künstler“, was sich auch aus den regelmäßigen Steigerungen des Kulturbudgets ablesen lasse. In einer kleinen Broschüre sind die wesentlichen Vorhaben für das laufende Jahr aufgelistet, darunter viele, die wir seit Jahren kennen, aber auch viele, die neue Themen einbringen. Wie gesagt, eine Bilanz ebenso wie eine Festlegung für die Zukunft, damit die neue Landesrätin oder der neue Landesrat für Kultur weiß, was schwarz auf weiß vereinbart wurde.

Abschiedsgeschenk

Der erste damals angekündigte Punkt wurde inzwischen umgesetzt. Im Landeskrankenhaus Feldkirch wurde das neue Projekt „kukuk“ – Kultur und Kunst im Krankenhaus – vorgestellt. Dabei wird eine Idee realisiert, von der immer wieder die Rede war. Denn wenn es um Kunst und Bau geht, also um Kunst im Zuge eine Neubaus, dann redet man üblicherweise nur von bildender Kunst. Nun aber wird im LKH Feldkirch neben einer Bodengestaltung von tOmi Scheiderbauer, die „einen sanften, aber gleichzeitig sehr lebhaften Übergang von außen nach innen schafft“, auch Literatur und Musik Platz gegeben. Frauke Kühn von literatur:vorarlberg und Klaus Christa von „Musik in der Pforte“ haben ein Programm eigens für diesen besonderen Platz entwickelt.
Und es ist keine Frage, dass solche Angebote vor allem bei den Patienten, aber auch bei Besuchern, höchst positive Aufnahme finden werden. Was ja wiederum von Landesrat Bernhard, der ja auch für die Spitäler zuständig ist, ein besonders schönes Abschiedsgeschenk für alle seine Bereiche sein könnte.

Walter Fink ist pensionierter Kulturchef des ORF Vorarlberg.

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