Aaron Pilsan glänzt mit Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1

Kultur / 01.05.2019 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der international gefeierte Vorarlberger Pianist Aaron Pilsan in Lindau. H. VOITH

Das 13. Internationale Klavierfestival junger Meister ging mit einem Orchesterkonzert zu Ende.

Lindau Aaron Pilsan war der gefeierte Star des sprühenden Orchesterkonzerts, mit dem das 13. Internationale Klavierfestival junger Meister am Wochenende zu Ende gegangen ist. Das Abschlusskonzert mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz unter dem Chefdirigenten Ari Rasilainen fand am Samstag in Konstanz und am Sonntag in der wiedereröffneten Inselhalle in Lindau statt.

Mit einem „mitreißenden Klangrausch russischer Prägung“ hatte der künstlerische Leiter Peter Vogel nicht zu viel versprochen, denn gleich drei russische Klavierkonzerte bekam das begeisterte Publikum zu hören. Mit furioser Kraft und Intensität ging die zierliche 28-jährige Pianistin Marie Rosa Günter aus Braunschweig an Sergej Prokofjews Klavierkonzert Nr. 1 Des-Dur op. 10. Pulsierendes Vorwärtsdrängen und fiebrig erregter, rauschhafter Aufschwung standen neben zart träumenden Oasen, neben Inseln seliger Schönheit. Nicht minder intensiv interpretierte die 29-jährige Koreanerin Yeon-Min Park Sergej Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 3 d-Moll op. 30. Einfühlsam fügte sich die Pianistin ins Tutti, Wärme durchströmte das schwebende Werk, das flirrende Spiel von Spannung und Entspannung. Düster umwölkte Melancholie stand neben lichter Idylle, Wehmut neben Vitalität bis zum rauschhaften Finale.

Finale zu dritt

Dann der eigentliche Höhepunkt: Aaron Pilsan mit Peter Tschaikowskys „unspielbarem“ Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll op. 23. Kraftvoll setzte er sich über das klug geführte Tutti, freudig dialogisierte er mit Cello, Flöte oder Oboe. Und immer war da sein fein abgestuftes filigranes Spiel, das unmerklich anschwillt und sich wieder zurücknimmt, ein zauberhaftes Spiel in romantischer Schönheit. Wie eine leise murmelnde Quelle antwortete das Piano einer hellen Flöte und schwebenden Violinen. Nahtlos ging das geheimnisvoll funkelnde Spiel in das Allegro con fuoco über, in die tänzerische Leichtigkeit wie das brillante Feuer des Finales, welches das Orchester mittrug. Bezaubernd war die Idee, das Konzert mit einem Walzer von Rachmaninow abzuschließen: gespielt zu sechs Händen von allen drei Solisten. chv