Ein Fest, um neue Orte zu entdecken

Kultur / 08.05.2019 • 18:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mitgefühl ist ein zentraler Aspekt der Installation
Mitgefühl ist ein zentraler Aspekt der Installation „Rescue“ von Arno Egger.

Emsiana beleuchtet Beziehung zwischen Hohenems und Italien und macht alte Gemäuer erstmals zugänglich.

HOHENEMS Das 11. Kulturfest Emsiana, das heute eröffnet wird, beschäftigt sich mit „italienischen Verhältnissen“ und lädt die Besucher ein, in die Geschichte und Gegenwart der Stadt Hohenems und deren Beziehung zu Italien einzutauchen. Der Bezug der Stadt Hohenems zu Italien ist vielseitig, wie Organisator und Initiator Markus Schadenbauer-Lacha gegenüber den VN erklärt. „Zum einen ist dies der rege Handel mit Textilien, Gewürzen und die Arbeitsmigration um 1900, die bis heute starke wirtschaftliche Impulse leistet. Zum anderen sind es auch die Hochzeiten zwischen Hohenems und Rom, die Hohenems den Aufstieg zur Großstadt geebnet haben.“

Italien und Hohenems

Diese besondere Beziehung zum Süden spiegelt sich bei der Emsiana in Vorträgen, Konzerten, Lesungen und Ausstellungen wider. Bei der Eröffnung wird das Kammerorchester tonart sinfonietta mit seinen Stücken auf den südlichen Nachbarn Bezug nehmen, während sich Sängerin Floriana Cangiano dem traditionellen neapolitanischen Gesang widmet. Im Rahmen von zwei Vortragsreihen im Blauen Salon des Palasts beleuchtet ein Interview mit einem Hohenemser aus Rom die Beziehung der beiden Städte.

Erstmalig wird in diesem Jahr die gotische Burg Schloss Glopper im Rahmen von Führungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aufgrund der großen Nachfrage im letzten Jahr ist die aus dem Dornröschenschlaf erwachte Villa Iwan und Franziska Rosenthal auch in diesem Jahr zu besichtigen. „Frauke Kühn vom Literaturnetzwerk lädt die Besucher dazu ein, ihren Input zum neu entstehenden Literaturhaus zu liefern“, erklärt Schadenbauer-Lacha. Einen Wermutstropfen gibt es: Die Führungen durch Schloss Glopper und die Villa Rosenthal sind bereits ausverkauft.

Interessante Kunst

Auch den Ausstellungen wird beim Kulturfest traditionell ein großer Schwerpunkt gewidmet. An den vier Emsiana-Tagen können klassische Skulpturen in Stein und Bronze sowie Malerei von Heilgard Bertel, Leuchtkörper von Birgit Sargant und von Naturerfahrungen inspirierte Malerei von Erika Lässer-Rotter besichtigt werden. Carol Wyss befasst sich in ihrer Installation „Adams Rippe“ mit den Unterschieden und Ähnlichkeiten von Mann und Frau. Während Arno Eggers Arbeit im Garten des Hauses Harrachgasse 7 Mitgefühl zum Thema hat, begibt sich Dietmar Walser auf die fotografische Suche nach Orten der käuflichen Liebe. Der Rankweiler Bildhauer Roland Adlassnigg fragt in seiner Installation in der Burgruine Alt-Ems nach der Work-Life-Balance, und ein besonderes Selbstporträt ist der 2017 verstorbenen Mariella Scherling-Elia gewidmet.

Heuer kann außerdem Vorarlbergs einziges Spielzeugmuseum besichtigt werden. In „Willi’s kleinem Museum“ findet man Fahrzeuge und Figuren, außergewöhnliche Spardosen, hochwertige Modelleisenbahnanlagen und sogar Kindernähmaschinen.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf dem dörflichen Hohenems, das erstmals bespielt wird. „Es sollen Gebäude zugänglich gemacht werden, die lange oder gar nicht besichtigt werden konnten“, betont Schadenbauer-Lacha. So können beispielsweise das alte Rathaus, das Alte-Zeiten-Museum und das Mühlenmuseum erkundet werden.

3000 Besucher erwartet

Die Emsiana schafft laut Markus Schadenbauer-Lacha für die Bevölkerung und die Besucher ein neues Stadt- und Geschichtsbewusstsein: „Die Emsiana wird jedes Jahr stärker besucht.“ In Summe lockt die Emsiana am gesamten Wochenende rund 3000 Besucher nach Hohen­ems. VN-TAG

„Es werden Gebäude zugänglich gemacht, die lange oder gar nicht öffentlich waren.“

Leuchtkörper sind der Schwerpunkt im Schaffen von Birgit Sargant.Holzknecht
Leuchtkörper sind der Schwerpunkt im Schaffen von Birgit Sargant.Holzknecht
Erstmalig wird die gotische Burg Schloss Glopper im Rahmen von Führungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Emsiana
Erstmalig wird die gotische Burg Schloss Glopper im Rahmen von Führungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Emsiana

11. Emsiana: 9. bis 12. Mai; Infos und Programm unter: www.emsiana.at; die Führungen durch Schloss Glopper und die Villa Rosenthal sind ausverkauft.