Dänisches Dynamit mit Fehlzündung

Kultur / 10.05.2019 • 19:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Selbst die fulminante Lichtshow konnte den Auftritt nicht retten.VN/HF
Selbst die fulminante Lichtshow konnte den Auftritt nicht retten.VN/HF

Rebecca Lou aus Kopenhagen konnte am Spielboden nicht wirklich überzeugen.

Dornbirn Der Anruf war knapp und klang vielversprechend: „Heute Abend, dänische Punkband, Spielboden“. Aufgelegt. Trotz einer kurzen Streaming-Recherche, wer denn diese Sängerin Rebecca Lou bitteschön ist, mit der Erkenntnis, dass das ja doch schon sehr an Pop grenzt, darf man weitgereisten Dänen an einem Donnerstagabend doch eine Chance geben. Sie könnten sie ja nutzen und somit einen weiteren Fan lukrieren.

Per Eigendefinition ist Rebecac Lou aus Kopenhagen Punk-Rockerin, ein Aushängeschild der dortigen Untergrund-Szene sowie Mitglied einer rein weiblichen Mofa-Gang. Sind doch alles nette Schlagwörter für die Visitenkarte. Mit unglaublicher Bühnenpräsenz und Energie sei zu rechnen, so der Pressetext.

Doch es kam alles ganz anders. Die Schublade „Punk-Rock“ lässt ja Raum zur Interpretation, nur ist in diesem Fall das falsche Etikett angeheftet. Ja, die Rhythmusgruppe hat ihre Hausaufgaben gemacht und die Arbeit gewissenhaft erledigt. Das war solider, gerade in harten Momenten auch konsumierbarer Rock. Positiv hervorzuheben sind der dem Feedback nicht abgeneigte, ewig kaugummikauende Gitarrist und der wie ein Wahnsinniger in die Felle dreschende Schlagzeuger. Zwei gute Männer, die den Abend aber aufgrund der totalen Abwesenheit auch nur der geringsten Bühnenpräsenz der Frontfrau nicht zu retten imstande waren.

Ihre ständigen Versuche, das rar gesäte Publikum mit „Come closer“-Rufen vor die Bühne zu locken, gepaart mit einer fragwürdigen, der Dynamik des Abends nicht zuträglichen Setliste, konnten auf keiner Linie überzeugen. Kurzum: Punk ist tot. Zumindest in Dänemark. VN-HF

Nächstes Konzert am Spielboden: Ragga Gröndal aus Island, 15. Mai, 20.30 Uhr