Boitos Oper „Nero“ bei den Bregenzer Festspielen

13.05.2019 • 16:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Eine der berüchtigtsten historischen Figuren kommt 2020 ins Festspielhaus.

Bregenz Während in vier Wochen die Proben der diesjährigen Bregenzer Festspiele starten, sind die Planungen für das nächstjährige Programm nahezu abgeschlossen: Im Sommer 2020 zeigen die Festspiele als Oper im Festspielhaus Arrigo Boitos „Nero“ (Nerone). In der Oper tritt der römische Kaiser Nero als schillernde und zwielichtige Gestalt auf. Die spektakulären Selbstinszenierungen seiner Macht stehen in Kontrast zu den Gewissensplagen nach dem Mord an seiner Mutter. Als gegensätzliche Pole erklingen die düsteren Rituale des heidnischen Magiers Simon Magus und die verklärende Reinheit des aufkommenden Christentums. 

Dieses Werk, mit dessen Vollendung Boito seit 1862 mehrere Jahrzehnte rang, entwickelte sich für den Komponisten und Librettisten zur Lebensaufgabe. Erst nach seinem Tod wurde es unter der Leitung des Dirigenten Arturo Toscanini in eine aufführbare Fassung gebracht und 1924 an der Mailänder Scala uraufgeführt. Boitos Libretti, unter anderem für Giuseppe Verdis Otello und Falstaff, zählen zu den herausragenden Schöpfungen der Operngeschichte. Als geistiger Kopf der künstlerischen Bewegung der Scapigliatura schrieb Boito auch das Textbuch zu Franco Faccios Oper Hamlet, die 2016 bei den Bregenzer Festspielen nach fast 150 Jahren zum ersten Mal wieder auf einer europäischen Bühne zu erleben war.

Faszinierend und vielschichtig

Als leidenschaftlicher Vermittler von Boitos Oper inszeniert Olivier Tambosi dieses faszinierend vielschichtige Werk gemeinsam mit dem Bühnenbildner Frank Philipp Schlössmann und der Kostümbildnerin Gesine Völlm. Musikalisch wird die Aufführung von Dirk Kaftan geleitet, der ebenfalls 2016 bei den Festspielen debütierte. 

Arrigo Boitos Oper „Nero“ feiert am 22. Juli 2020 Premiere am Bodensee, es folgen zwei weitere Vorstellungen. Der Vorverkauf startet am 18. August 2019.