Der Männerchor Dornbirn stach im Kulturhaus in See

13.05.2019 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Den Abend im Kulturhaus ließ man zwischen Konzert und kleinem Theaterstück schwanken.VERANSTALTER

Das Konzert des Dornbirner Männerchors Mann o Mann war ein echtes Vergnügen.

Dornbirn Dass ein Chor alljährlich einmal ein Konzert ausrichtet, ist noch nichts Außergewöhnliches. Dass das Konzert unter  einem Motto steht, auch nicht. Dem Dornbirner Männerchor Mann o Mann  ist aber all das nicht genug. Deshalb lässt man den Abend im Dornbirner Kulturhaus zwischen Konzert und kleinem Theaterstück schwanken, und das gerät zu einem echten Vergnügen.

„Leinen Los! Auf der Suche nach dem Glück“, so der Titel des Programms, das der Dornbirner Männerchor gemeinsam mit dem Rheinberger Chor Vaduz und dem Salonorchester stemmte. Kapitän des Abends war Paul Faderny. Versiert und souverän hatte er an Bord alles im Blick und gab den Kurs  vor. Gemeinsam mit den Chören setzte auch Michael C. Havlicek die Segel. Der in Wien geborene Bariton ist dem Publikum der Wiener Volksoper aus zahlreichen Opern- und Operettenproduktionen wie „Die Csardasfürstin“, „Die lustige Witwe“ oder „Don Giovanni“ bekannt. Der Sommer führt ihn heuer zu den Festspielen nach Kufstein und das Seeabenteuer des Männerchors brachte ihn nach Dornbirn.

 Es lässt immer wieder aufhorchen , was die Chöre des Landes auf die  Bühne zaubern. Das Konzert des Männerchors Dornbirn zählte auf jeden Fall  zu dieser Sorte.
Es lässt immer wieder aufhorchen , was die Chöre des Landes auf die Bühne zaubern. Das Konzert des Männerchors Dornbirn zählte auf jeden Fall zu dieser Sorte.

Was also darf man sich von einem „Leinen Los!“-Abend erwarten? Seemannslieder, Abenteuer, fremde Welten, Stürme, Wellengang und dann, am Schluss das glückliche Einlaufen im sicheren Hafen. Ja, und genau das gab es in Dornbirn. Erste Szene: Es ist Montagmorgen, alle sind auf dem Weg in ihre Büros. Aktenkoffer, Smartphone, alles dabei. Und dann stimmen sie Verdis Gefangenenchor aus seiner Oper „Nabucco“ an. Gefangen im Alltagstrott? Muss nicht sein. Also einfach raus und alle Mann an Deck. Von da an segeln die Männer, begleitet beispielsweise von Motiven aus Wagners „Fliegendem Holländer“, an die Ufer der Wolga (intoniert durch Lehárs „Wolgalied“), um zur berühmt-berüchtigten „Loreley“ zurückzukehren. Dort wurden die Dorbirner Sänger prompt auch Opfer der Sirenen, das sind die Damen des Vaduzer Rheinberger Chors. Die hielten sie sieben lange Jahre am Grund des Flusses gefangen, bis Michael C. Havlicek sie heldenhaft zum Klang von Carl Maria von Webers „Freischütz“ befreite. Nach einem kurzen Abstecher in den Dschungel und in die Savanne, der von Ohrwürmern wie „The Lion sleeps  tonight“ und traditionellen Xhosa-Gesängen begleitet wurde, waren sich Herren wie Damen einig: „Let the River run“ – lasst dem Fluss seinen Lauf.

Es lässt immer wieder aufhorchen , was die Chöre des Landes auf die Bühne zaubern. Das Konzert des Männerchors Dornbirn zählte auf jeden Fall zu dieser Sorte.  Denn es will schon etwas heißen, diesen Ritt durch die Wellen schauspielernd und auswendig singend zu bestreiten. Das gelang in Dornbirn ganz fabelhaft. Dafür gebührt neben den stimmlichen Akteuren und den Musikern, die sich als elegante Begleiter erwiesen, auch Chorleiter Paul Faderny und Regisseurin Annette Lubosch alle Achtung. So konnte sich die Crew beim finalen Landgang auch den mehr als nur verdienten kräftigen und begeisterten  Applaus abholen. Man darf schon jetzt gespannt sein, wohin die nächste Reise gehen wird. Veronika Fehle

Der Männerchor Dornbirn ist am 16. Juni beim Patrozinium der Kirche in Dornbirn Watzenegg zu hören: www.mannomann.biz