Auftakt mit Stars und Zombies

Kultur / 14.05.2019 • 20:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Regisseur Alejandro Gonzalez Inarritu ist der diesjährige Jurypräsident.
Regisseur Alejandro Gonzalez Inarritu ist der diesjährige Jurypräsident.

Bei der Filmfest-Eröffnung in Cannes gab es Glanz und Glamour, aber auch Kontroversen.

Cannes Am Ende eines Filmfestivals kann man sich schon wie ein Zombie fühlen. Schließlich schaut man in wenigen Tagen zahllose Filme an und verkriecht sich dafür lange in Kinosälen fern vom Tageslicht. Bei den Festspielen in Cannes schwankten schon im Eröffnungsfilm „The Dead Don‘t Die“ Untote wie Musikikone Iggy Pop über die Leinwand.

Für seine Komödie konnte der Regisseur Jim Jarmusch viele Stars gewinnen, von denen am Dienstagabend auch mehrere auf dem roten Teppich vor dem Premierenpalast gesichtet wurden. Bill Murray, Chloe Sevigny und „Star Wars“-Bösewicht Adam Driver gehen darin als Polizisten auf Zombiejagd, während Tilda Swinton die Schwert schwingende Bestatterin gibt, die sich gegen die Untoten bestens zur Wehr setzen kann. Selena Gomez und Steve Buscemi müssen sich ebenfalls in Sicherheit bringen, Tom Waits hingegen taucht als bärtiger Waldschrat auf.

Kontroversen

Aber noch bevor die Zombie-Komödie am Abend das Festival eröffnete, musste Festivalleiter Thierry Fremaux gleich zu mehreren Kontroversen Stellung beziehen und sorgte mit seinem Auftreten mitunter für Irritation. Warum Alain Delon (83) die Ehrenpalme bekommt, obwohl er in einem TV-Interview unter anderem zugab, früher seine Frau geschlagen zu haben? Die Frage danach versuchte Fremaux zu unterbinden und griff den fragenden Journalisten persönlich an: „Ich weiß nicht, was Sie in Ihrem früheren Leben gemacht haben.“ An der Palme für Delon hielt er jedenfalls fest. „Wir geben ihm ja nicht den Friedensnobelpreis.“ Diese Reaktion ist verwunderlich, hatte sich das Festival im vergangenen Jahr doch mit der #MeToo-Bewegung solidarisch gezeigt.

Österreich im Wettbewerb

Auch Fragen nach der Gleichstellung von Frauen reizten Fremaux spürbar, von 21 Wettbewerbsfilmen stammen gerade einmal vier von Frauen. Einer davon ist „Little Joe“ der Österreicherin Jessica Hausner, der am Freitag Premiere feiert. „Es wäre ein Zeichen von Respektlosigkeit, einen Film nur auszuwählen, weil er von einer Frau stammt“, sagte Fremaux. Die Jury um den mexikanischen Oscar-Preisträger Alejandro Gonzalez Inarritu hofft jedenfalls darauf, von den Filmen im Wettbewerb emotional mitgerissen zu werden.

Auch US-Schauspielerin Eva Longoria kam zur Eröffnung.

Auch US-Schauspielerin Eva Longoria kam zur Eröffnung.

Charlotte Gainsbourg und Javier Bardem auf dem roten Teppich.
Charlotte Gainsbourg und Javier Bardem auf dem roten Teppich.
In der Jury: Schauspielerin Elle Fanning.
In der Jury: Schauspielerin Elle Fanning.

Filme im WEttbewerb

The Dead Don‘t Die

Jim Jarmusch (USA)

Les Misérables

Ladj Ly (Frankreich)

Bacurau

Kleber Mendonça Filho,

Juliano Dornelles (Brasilien)

Atlantique

Mati Diop (Frankreich)

Sorry we missed you

Ken Loach (Großbritannien)

Little Joe

Jessica Hausner (Österreich)

Dolor y Gloria

Pedro Almodovar (Spanien)

The Wild Goose Lake

Diao Yinan (China)

La Gomera

Corneliu Porumboiu (Rumänien)

Portrait of a lady on fire

Céline Sciamma (Frankreich)

A hidden life

Terrence Malick (USA)

Le jeune Ahmed

Jean-Pierre und Luc Dardenne (Belgien)

Frankie

Ira Sachs (USA)

Once upon a time… in Hollywood

Quentin Tarantino (USA)

Gisaengchung (Parasite)

Bong Joon-ho (Südkorea)

Matthias and Maxime

Xavier Dolan (Kanada)

Oh Mercy!

Arnaud Desplechin (Frankreich)

Il traditore

Marco Bellocchio (Italien)

Mektoub, My Love: Intermezzo

Abdellatif Kechiche (Frankreich)

It must be heaven

Elia Suleiman (Palästina)

Sibyl

Justine Triet (Frankreich)