Kunstrückgabe lenkt von Aufarbeitung ab

17.05.2019 • 19:07 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Berlin Deutschland gibt mit der aus dem heutigen Namibia stammenden Säule von Cape Cross ein bekanntes Kolonialobjekt zurück an das afrikanische Land. Die Rückgabe der Kreuzsäule ist aus Sicht der Bundesregierung ein „markantes Zeichen“ in der anhaltenden Diskussion um die Restitution von Kolonialobjekten. Der Historiker und Kolonialismus-Experte Jürgen Zimmerer forderte aber eine Debatte über Kolonialobjekte in Deutschland. Die Rückgabe sei eine gute Sache, es werde aber von den Defiziten der tatsächlichen Aufarbeitung abgelenkt. Zimmerer erinnerte an den Völkermord: „Deutschland und Namibia verhandeln seit Jahren über die Anerkennung des Genozids an den Herero und Nama, ohne dass es einen Erfolg gibt.“