Große Freude in der Basilika mit Mozarts Marienkompositionen

Kultur / 20.05.2019 • 20:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Rankweiler Basilikachor unter Michael Fliri brachte selten zu hörende Kompositionen von Mozart zur Aufführung.  CHOR

Rankweil Es ist nicht so lange her, da hat man in der Basilika Rankweil die Lauretanische Litanei noch gebetet. Einige der bildhaften Anrufungen Marias – z. B. Turm Davids oder Goldenes Haus – sind in den Wandmosaiken der Gnadenkapelle dargestellt. Im jüngsten Basilikakonzert bildete die Vertonung dieses Textes das Kernstück eines Programms, das unter dem Motto „Maria – Mai – Mozart“ selten zu hörende Kompositionen des Salzburger Meisters zu Marienfesten vereinigte.

Die Realisierung dieser originellen Idee von Michael Fliri, dem Leiter des Basilikachors, gelang mit einem Konzertabend, der durch sein ungewohntes Repertoire und seine Schönheit bestach. Die schwungvollen und innigen Kompositionen des jungen Mozart, durchwegs Auftragswerke aus seiner Salzburger Zeit, klingen eingängig und sind herzerfrischend. Hier wird ohrenfällig, wie Musik und Frömmigkeit einander befördern können. Die festliche Einleitung bildete die Kirchensonate in C-Dur für Orgel (Gerda Poppa), Violinen, Violoncello, Bass, Oboen, Hörner, Trompeten und Pauke, vom „Ad hoc“-Orchester aus Studenten und einem Professor des Landeskonservatoriums, Musiklehrern und einigen Musikschülern unter Fliris klarer Stabführung (ebenso wie später die Sonate in F-Dur in reiner Streicherbesetzung) beschwingt musiziert. Im Offertorium „Alma Dei creatoris“ kamen dann auch der Chor und die vorzüglichen Solisten zum Einsatz: die Schweizerin Anita-Flurina Ströhle mit ihrem strahlend leuchtenden, beweglichen Sopran, Veronika Dünser, die ihren kraftvollen, warmen Alt schlank führte, und der kernige Tenor von Christoph Wittmann, der später im „Regina Coeli“ eine anspruchsvolle Koloraturarie sicher meisterte. Der schöne Bass von Matthias Haid hatte, wie meist in Mozarts Kirchenmusik, wenig zu tun. Der Chor bewältigte die Anforderungen des Programms zuverlässig, aber manchmal etwas verhalten.

Effektvoll

Ein Höhepunkt, der das Marienthema verließ, war die dramatische Alt-Arie „Parto, parto inerme“ aus Mozarts Kirchenoper „La Betulia Liberata“, von Veronika Dünser bravourös gesungen. Die fünf Sätze der Lauretanischen Litanei gelangen abwechslungsreich und farbig. Den Schluss bildete das effektvolle „Veni sancte spiritus“ des 12-jährigen Mozart. Der Heilige Geist wurde in Vorarlberg letzte Woche auch im „Veni creator spiritus“ in Mahlers Achter unter Petrenko mit ungleich größerem Aufwand angerufen, doch er hat sicher auch die Rankweiler Bitte um Erscheinen wohlgefällig aufgenommen. Ulrike Längle