Bregenzer Frühling: Französische Truppe entführt in faszinierende virtuelle Welten

Kultur / 28.05.2019 • 08:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Compagnie Käfig: Das letzte Gastspiel im Rahmen des Festivals Bregenzer Frühling endete mit Standing Ovations. BF/A. SERRA

Bregenz Dass die Tanzwelt die Welt der digitalen Kunst entdeckt hat, schafft überraschende Bildwelten. So konnten die Besucher des Festivals Bregenzer Frühling beim Gastspiel der französischen Compagnie Käfig nur noch staunen über die Interaktion der Tänzer mit den digitalen Bildern, über die Symbiose, die die Grenzen zwischen Realität und Illusion verwischte.

„Compagnie Käfig“ nennt sich Mourad Merzoukis Truppe aus Créteil und Val-de-Marne, wobei „Käfig“ den Ausbruch aus dem Käfig, das Streben des Geistes nach Freiheit meint. So stößt Merzouki die Tore des Tanzes weit auf, holt den Hip-Hop und seine Bewegungsmuster auf die Bühne, lässt ihn auf zeitgenössischen Tanz, auf Kampfkunst und Artistik treffen. Zusammen mit dem Künstlerduo Adrien Mondot & Claire Bardainne hat Merzouki die Choreografie „Pixel“ geschaffen, und Armand Amars Musik hat die Interaktionen verfolgt vom ersten leisen Kratzen an, das an eine alte Schellackplatte erinnert. Ganz leise begleitet die Musik Zeitlupenbilder, mit Klangexplosionen begleitet sie aufregende Bilder.

Wo über den Lampen eine kleine Rußwolke aufsteigen könnte, steigen weiße Pixelwolken auf, weichen den Bewegungen der Tänzer aus, werden zum Mückenschwarm, der zerfällt, als Blumenwiese herunterregnet, zu Wellen und aufspritzender Gischt wird. Und immer sind die Tänzer mittendrin, schieben die Punktwände auf oder zur Seite, mal in einer Synchronität mit Irritationen, mal in atemberaubenden Soli, ob als Hip- Hopper oder als Schlangenfrau. chv

Das Festival Bregenzer Frühling endet mit der Uraufführung der neuen Produktion des Aktionstheater Ensembles mit Aufführungen vom 4. bis 7. Juni.