Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Nicht genug Neues

03.06.2019 • 19:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Auch wenn hie und da Uraufführungen auf dem Konzertprogramm in Vorarlberg stehen und Abende wie jener mit Richard Dünser kürzlich in Bregenz eine lobenswerte Initiative sind, ist eines wohl klar: Es gibt nicht genug Neues zu hören. Die Werke lebender Komponistinnen und Komponisten werden in kleine Nischen gedrängt. In keiner Sparte agiert man derart rückwärts­gewandt wie in der Musik.

Selbstverständlich gilt es zu bedenken, dass ein subventio­niertes, das heißt, öffentlich mitfinanziertes Orchester oder ein Konzertveranstalter die Menschen auch mit Standardwerken aus dem großen Repertoire der Klassik und Romantik vertraut zu machen hat, altbackene Programme wie sie viele Orchester auflegen, wären im Sprechtheaterbereich jedoch völlig undenkbar.

Das finanziell zwar knapp dotierte, aber mittlerweile mit einer Summe von 540.000 Euro vergleichsweise herzeigbar subventionierte Symphonieorchester Vorarlberg bildet leider keine Ausnahme. Die wenigen Werke aus dem 20. Jahrhundert gehen nun wohl nicht mehr als zeitgenössisch durch und das Publikum wird, wie oft behauptet, schon nicht gleich davonlaufen, wenn einmal etwas Neues mit auf dem Programmzettel steht. Ganz im Gegenteil, gerade eine hohe Zahl an Abonnenten ermöglicht es zu bekunden, dass auch heutzutage gute Musik geschaffen wird. Die Bregenzer Festspiele tun das mit ihren Opernur- und -erstaufführungen neben dem Konventionellen ja auch.

Christa Dietrich

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