Der Glaube kann Berge versetzen, auch den Piz Buin

Kultur / 07.06.2019 • 21:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Ausstellung mit einer Arbeit von Emily Cheng wurde am Freitagabend in der Johanniterkirche in Feldkirch eröffnet. vn/steurer
Die Ausstellung mit einer Arbeit von Emily Cheng wurde am Freitagabend in der Johanniterkirche in Feldkirch eröffnet. vn/steurer

Mit Arbeiten von Emily Cheng wurde in der Johanniterkirche eine Ausstellungsserie gestartet.

Feldkirch Die Familie der Künstlerin Emily Cheng (65) stammt aus China, sie selbst ist in den USA aufgewachsen, hat sich als Künstlerin längst etabliert und arbeitete im Rahmen eines Artist-in-Residence-Projektes mehrere Wochen in Feldkirch. Als Taoistin und Buddhistin steht die Auseinandersetzung mit den Weltreligionen im Zentrum ihres künstlerischen Schaffens. So gesehen stellte der kurzzeitige Arbeitsort im säkularisierten Raum der Johanniterkirche in Feldkirch eine besondere Herausforderung für die Künstlerin dar. Aus pragmatischer Sicht war es möglich, ein rund elf Meter hohes Gemälde am Stück fertigzustellen, durch das Ambiente selbst war die Geschichte der Stadt, in der die Vergangenheit bis zurück zum Mittelalter bestens sichtbar ist, zudem stets präsent. Für Cheng ist es eine europäische Geschichte, in der die Grenzen zu weiteren Kontinenten auch aufgrund der Beziehungen gelockert sind. Mögen es einmal die Handelswege gewesen sein, so ist es mittlerweile vor allem der Dialog unter den Religionen, der die Menschen zusammenbringt. Ob es ein heiliger Berg im Osten ist oder der Piz Buin an der Südspitze Vorarlbergs, der vor allem auch als sportliche Herausforderung wahrgenommen wird, faszinierend ist beides. Natur und Metaphysik verschmelzen in den farbintensiven Acrylarbeiten von Emily Cheng wie das Figurative, das Ornament und die Abstraktion. Das gilt für das großformatige im Altarraum gehängte Werk ebenso wie für kleine Arbeiten auf der Seite.

Fortsetzung im Palais

Spannend wird es sein, Dokumente des Projektes in der Johanniterkirche im kommenden Frühjahr mit ihrer Ausstellung im Palais Liechtenstein zu kombinieren, die ursprünglich parallel laufen sollte. Im somit zweiten Teil eines Projektes sollen ihre Erfahrungen im Austausch mit Vertretern von westlichen Religionen noch stärker zum Tragen kommen. VN

„Die Johanniterkirche ist für mich schon allein vom Raum her besonders spannend.“

Die Ausstellung ist bis 17. August in der Johanniterkirche in Feldkirch (Marktgasse 1) zu sehen, Di bis Fr, 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, So, 10 bis 14 Uhr.