Es funktioniert: Schubert und Bartók für Kinder

11.06.2019 • 13:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
So lustvoll kann man Kindern Spielarten der Musik vermitteln. HELMUT VOITH

Studierende des Landeskonservatoriums Feldkirch begeistern mit Familienkonzert auf Schloss Achberg

Achberg Zum Finale des Bodenseefestivals hat das Vorarlberger Landeskonservatorium mit dem Familienkonzert „Carte blanche“ auf Schloss Achberg ein grenzüberschreitendes Projekt beigesteuert, wie es besser nicht der Festivalidee entsprechen könnte. Sechs Studenten sangen und musizierten hier mit so viel ansteckender Lust, dass sie bei den Kindern ganz gewiss die Neugier auf das weite Feld der Musik geweckt haben.

Bis zum Ende des dreiviertelstündigen Konzerts waren die etwa dreißig Kinder, auch unter Fünfjährige, voll bei der Sache, obwohl – oder weil? – es zwischendurch keinerlei Erklärungen gab und die Musik für sich sprechen durfte. Erst am Ende stellten sich die sechs Sänger und Musiker vor, deren Herkunft aus Japan, Finnland, Griechenland, Österreich und Deutschland so bunt war wie ihre Musik auf Geige, Klarinette, Akkordeon und Kontrabass, zusammen mit zwei Sängerinnen.

Anspruchsvolle Musikstücke

Vor den fünf Stuhlreihen für die Erwachsenen hockten, saßen oder lagen rund dreißig Kinder so eng vor der Bühne, dass für die Musiker, die auch mal zwischen ihnen durchwanderten, kaum ein Durchkommen war. Sie spielten keineswegs „Kindermusik“, sangen keine Kinderlieder, sondern in bunter Folge gingen anspruchsvolle Musikstücke und Lieder ineinander über, angefangen bei Alter Musik über Schuberts Goethe-Vertonung „Nur wer die Sehnsucht kennt“ bis Stravinsky und Bela Bartók, zwischendurch jodelte die Geigerin mit den Sängerinnen, man meinte ein nordisches Lied zu hören, oder die Musiker lockten in die Puszta, schickten einen flotten Ragtime hinterher oder einen Klezmer-Tanz. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Musikvermittlung“ hatten der Kulturmanager Christoph Thoma und Gastdozentin Lilian Genn mit den Studierenden das Konzept erarbeitet. Wie Thoma sagte, hatten die jungen Musiker selber die Stücke ausgewählt und das Programm zusammengestellt. Er habe gerade auf das Vermitteln ohne Worte Wert gelegt und nur noch leicht korrigierend eingegriffen. Ein Konzept für eine eigene Kunstform für Kinder, das voll aufging. Die Kinder spürten, dass sie ernstgenommen wurden, und ließen sich gerne mitnehmen in das bunte Reich der Musik. hv