Hip-Hop und Breakdance, wie man sie sonst nirgendwo erleben kann

Kultur / 14.06.2019 • 08:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Shailesh Bahoran bei Tanz ist am Dornbirner Spielboden. STEFAN HAUER

Shailesh Bahoran und Redouan Ait Chitt überschreiten bisherige Grenzen des Tanzes.

Christa Dietrich

Dornbirn Mit zwei Österreich-Premieren an einem Abend unterstrich Tanz ist-Macher Günter Marinelli den Wert seines Festivals und das Publikum am Dornbirner Spielboden pflichtete ihm begeisternd applaudierend nicht nur bei, sondern war sich nach den Auftritten von Shailesh Bahoran aus Surinam und Redouan Ait Chitt aus den Niederlanden wohl bewusst, dass die beiden Künstler für jeweils einzigartige Ausdrucksweisen und Projekte stehen.

Hip-Hop und Breakdance sind im Grunde genommen Behelfswörter für die inhaltlich auch noch leicht ineinander verzahnten Stücke, die die beiden Künstler aufführten. Shailesh Bahoran kann für die Quelle gelten, aus der andere Vertreter des Genres schöpfen. Schier grenzenlos sind die Ideen, die auf eine eingehende Auseinandersetzung mit den eigenen Wurzeln und Traditionen aus Indien schließen lassen. Nicht einzuordnen und damit einzigartig erscheinen Körperbeherrschung und Umsetzung. Aus einzelnen Stilen abgeleitete Bewegungen lassen sich an sich nur aufgrund der Geschwindigkeit ausführen. Shailesh Bahoran reduziert diese bis aufs Äußerste, transformiert Akrobatik in Kunst und lässt damit ein staunendes Publikum zurück.

Redouan Ait Chitt fordert mit begeisternder Selbstverständlichkeit das Überdenken von Sichtweisen, wenn er als Tänzer auftritt, dessen körperliche Behinderung das Ausdrucksrepertoire nicht reduziert, sondern im Grunde genommen erweitert. Das Stück wird zum prägenden Erlebnis.

Finale des Festivals Tanz ist mit „The Storm“ von James Wilton Dance am 14. und 15. Juni, 20.30 Uhr, am Dornbirner Spielboden.