Vorarlberger Landeskonservatorium hat den Sprung zur Musik-Uni fast gemeistert

Kultur / 26.06.2019 • 18:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Grünes Licht vom Land Vorarlberg: Konservatorium soll bis 2021 zur Privatuniversität werden.

Tanja Schwendinger

Feldkirch Das Vorarlberger Landeskonservatorium hat den Sprung zur eigenständigen Hochschule fast gemeistert, die Landesregierung gab dafür nun grünes Licht. „Derzeit wird ein Akkreditierungsantrag ausgearbeitet und im Herbst bei der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria mit Sitz in Wien eingereicht“, informiert Peter Schmid, Geschäftsführer des Vorarlberger Landeskonservatoriums.

Seit über 40 Jahren prägt das Landeskonservatorium das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Vorarlberg wesentlich mit. Das „Konse“ ist derzeit eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht. Akademische Zertifizierungen können daher nur mit Zustimmung von Universitäten außerhalb Vorarlbergs vergeben werden. Seit 2005 kooperiert das Landeskonservatorium mit dem Mozarteum in Salzburg. „Diese Zusammenarbeit hat dem Konservatorium ermöglicht, auf universitärem Niveau zu arbeiten“, lobt Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink, fügt aber hinzu, dass eine freie Gestaltung der Studienangebote nicht möglich war. Um nicht an Attraktivität zu verlieren, sei eine eigenständige und von Institutionen außerhalb Vorarlbergs unabhängige Entwicklung von Studienangeboten von großer Bedeutung. „Nur so kann das Studienangebot auf die kulturellen und gesellschaftlichen Bedürfnisse Vorarlbergs abgestimmt werden.“ Ziel ist es, das Landeskonservatorium als führende Musikhochschule in der Bodenseeregion zu verankern.

„Bildungsstandort Vorarlberg stärken“

Das Landeskonservatorium ist mit diesem Schritt in Österreich nicht allein. Das Konservatorium in Kärnten ist nach Wien, Niederösterreich und Oberösterreich erst jüngst zur Privatuniversität umgewandelt worden. „Wir wollen, dass das Landeskonservatorium konkurrenzfähig und attraktiv für Musiktalente aus Vorarlberg und dem angrenzenden Raum bleibt. Wir stärken damit den Ausbildungs- und Bildungsstandort in Vorarlberg“, so Schöbi-Fink. Das Landeskonservatorium hat derzeit 324 Studierende, drei Viertel davon kommen aus Österreich und anderen EU-Staaten.

Peter Schmid bezeichnet das Projekt als wichtigen Meilenstein für die Weiterentwicklung des Hauses. An der künftigen Musikprivatuniversität Vorarlberg sollen zwei Bachelor-Studiengänge und ein Master-Studiengang angeboten werden und die Entwicklung von Studiengangsteilen soll in enger Abstimmung mit dem Vorarlberger Musikschulwerk erfolgen. Die Trägerschaft bleibe mit dem Land Vorarlberg unverändert. Mit einem positiven Beschluss rechnet Schmid bis Ende 2020. „Ein Start der Musikprivatuniversität kann aus heutiger Sicht 2021 erfolgen.“