Ein guter Jahrgang für Österreich

30.06.2019 • 16:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Birgit Birnbacher gewann mit ihrem Text
Birgit Birnbacher gewann mit ihrem Text „Der Schrank“. apa

Die Salzburgerin Birgit Birnbacher erhielt den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Wien Die 43. Tage der deutschsprachigen Literatur sind geschlagen. Es war ein starkes Jahr für die teilnehmenden Österreicher: Die in Salzburg lebende österreichische Autorin Birgit Birnbacher (33) erhielt schließlich den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis für ihren sozialkritischen Text „Der Schrank“. In ihrem Text knüpft Birnbacher an ihre Arbeit als Soziologin an und widmet sich darin prekären Wohn- und Arbeitsverhältnissen. Die Jury lobte die Geschichte bei der Lesung als „eine Mikrostudie der Lebensverhältnisse“. Birgit Birnbacher wisse, wovon sie schreibe, vor allem die Zynismen in dem Text seien „super“. Die Sprache von Birnbachers Text sei knisternd, sie rühre auf, hieß es in der Laudatio.

Der Oberösterreicher Leander Fischer ging mit dem Deutschlandfunk-Preis (12.500 Euro) nach Hause, die gebürtige Kärntnerin Julia Jost durfte sich über den Kelag-Preis (10.000 Euro) freuen. Die weiblichen Teilnehmerinnen waren nicht nur im Bewerb in der Überzahl – acht Autorinnen und sechs Autoren – sondern auch bei der Preisvergabe, bei der drei von fünf Auszeichnungen an Frauen gingen. Der Deutsche Yannic Federer erhielt den 3sat-Preis (7500 Euro), Ronya Othmann konnte mit ihrem Text über den Genozid an den Jesiden im Jahr 2014 den BKS-Bank-Publikumspreis (7000 Euro) mit nach Hause nehmen. Der Juryvorsitzende Hubert Winkels meinte in seiner Abschlussrede, es sei ein gutes Bachmann-Jahr gewesen. „Oder wie es Weinkenner sagen, ein guter Jahrgang.“