Spinnenmann auf Europa-Trip

03.07.2019 • 16:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Neuer „Spider-Man“ mit überraschenden Wendungen und brillianten Schauspielern.

Action Die Superheldensaison ist in vollem Gange. Nach dem „Avengers“-Finale „Endgame“ mit Hulk, Thor, Iron Man und Konsorten geht nun ein Junge namens Peter Parker alias Spider-Man mit einem neuen Filmabenteuer ins Rennen. „Spider-Man: Far From Home“ ist das zweite Solo-Abenteuer des Spinnenmannes mit Tom Holland in der Hauptrolle. 2017 debütierte der Brite in „Spider-Man: Homecoming“ als Spinnenheld. Erstmals mit dabei: Jake Gyllenhaal.

Endlich mal durchatmen, sich mal für ein paar Tage lossagen vom aufreibenden Dasein als stets gut gesinnter Superheld: Groß ist die Freude bei Peter Parker, als er einen Flieger gen Venedig besteigen darf, Kumpel Ned (Jacob Batalon) stets an seiner Seite. Von der Vorstellung einer erholsamen Klassenfahrt freilich muss sich der 16-jährige Held alsbald verabschieden: Nicht nur, dass ständig Peters Handy klingelt, rund um die Rialtobrücke warten auch schnell erste Aufgaben auf den Spinnenmann.

Venedig, Österreich und London

Peter muss sich entscheiden: Geht er den von Tony Stark – seinem jüngst (in „Avengers: Endgame“) verstorbenen Mentor – für ihn vorgesehenen Weg als Mann der Tat weiter, oder widmet er sich lieber den Schmetterlingen in seinem Bauch (Peters große Liebe MJ ist beim Schul-Trip mit dabei). Nicht nur nach Venedig verschlägt es Parker und seine Kameraden: es geht auch in die österreichischen Alpen, nach Prag und London.

Holland mausert sich immer mehr als neuer Spider-Man. Fast dass er an Tobey Maguire heranreicht, der in den Filmen von 2002, 2004 und 2007 den nach einem Spinnenbiss mit Superkräften ausgestatteten Helden aus Queens, New York, geben und Maßstäbe setzen durfte. Gyllenhaal stellt eine wunderbare Bereicherung dar. Der von ihm verkörperte Mysterio wird hier sehr geschickt als (vermeintlicher) Held eingeführt.

Wendungs- und überraschungsreich

Fans der großartigen Marisa Tomei müssen nicht darben. Nach ihrem erquicklichen Auftritt im zurückliegenden „Spider-Man“ sorgt sie auch diesmal als Peters Tante für gehörig Schwung. Samuel L. Jackson spielt seinen Nick Fury so routiniert wie zuvor in anderen Marvel-Werken. Auch in Sachen Nick Fury hält dieser ohnehin so wendungs- und überraschungsreiche Film hübsche Ideen parat. Schmerzlich vermisst wird Robert Downey Jr., dessen Tony Stark alias Iron Man nur in Rückblenden in Erscheinung treten darf.

Der Film präsentiert sich als komplexe Superheldengeschichte. Das Verwirrspiel rund um Wahrheit und Täuschung erinnert etwas an den Kultfilm „Inception“ von Christopher Nolan. Zeitweise nimmt sich das Geschehen aus wie ein geschickt verkleideter Kommentar zum aktuellen Diskurs rund um Fake News und Fragen des digitalen Zeitalters. Ganz bei sich aber ist der Film vor allem in den romantischen Sequenzen. Die bereits im Vorgänger angekündigte Romanze zwischen Peter und MJ wird auf rührende Art weitergesponnen. Was nicht zuletzt daran liegt, dass sich beide, sowohl die von der wunderbaren Aktrice und Sängerin Zendaya verkörperte MJ, als auch Peter in Liebesdingen als ausgesprochen ungeschickt erweisen. Es müsste schon mit dem Film-Teufel zugehen, sollte dieser Heldenfilm nicht die Kassen der Kinowelt zum Klingeln bringen.

Spider-Man – Far From Home

Regie Jon Watts

Darsteller Tom Holland, Jake Gyllenhaal, Zendaya, Samuel L. Jackson, Jon Favreau, Marisa Tomei

Start 4. Juli