Siegerstücke von Autorinnen kommen im Theater Kosmos auf die Bühne

Kultur / 04.07.2019 • 22:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ausgezeichnete Autorin Katharina Klein mit Landesrätin Katharina Wiesflecker. SAMS

Bregenz Dass gleich drei Autorinnen auszuzeichnen waren, bestätigt die Entscheidung von Augustin Jagg und Hubert Dragaschnig, Leiter des Vorarlberger Theaters Kosmos, einen Stückewettbewerb auszuschreiben. 18 Dramen wurden eingereicht, statt nur einer Siegerin wurden wie berichtet drei gekürt. Bevor es an die Arbeit, nämlich die Umsetzung der Stücke geht, wurde im Kosmodrom in Anwesenheit von zumindest zwei der Ausgezeichneten gefeiert. Die erstplatzierte junge Wiener Autorin Florentina Hofbauer, die in „Limbus“ zwei Frauen zusammenführt, die in den Sog der Gewalt geraten sind, und nicht nur Klartext reden, sondern realen Personen aus dem 20. Jahrhundert nachempfunden sind, weilt gerade in den Vereinigten Staaten. Sie darf sich sicher sein, dass das Stück über Swetlana Allilujewa, der Tochter Stalins, und Nelly Kröger, die starke Frau des Schriftstellers Heinrich Mann, die von Mitgliedern der Familie, darunter auch Thomas Mann, vehement abgelehnt bzw. verachtet wurde, in Bregenz uraufgeführt wird. Wie Theaterleiter Augustin Jagg den VN bestätigt, möchte man das Werk gerne in den Spielplan für das Jahr 2020 aufnehmen.

„Wir bleiben auch mit jungen Autoren in Kontakt, die interessante Ansätze lieferten.“

Augustin Jagg, Theaterleiter

Der Text „Eine geschlossene Tür und davor und dahinter oder Gutenachtgeschichten“ der Bregenzer Autorin Katharina Klein greift das Thema „Wer Gewalt sät“ derart geschickt und vielschichtig, unter anderem aus der Sicht eines Kindes, auf, dass die Jury die Aufführung als Anliegen formulierte. Das Werk soll auf die kleine Kosmos-Bühne, das Kosmodrom kommen, in dessen Programm Katharina Klein bereits einmal vertreten war. Für das Werk, das es auf den dritten Platz schaffte, nämlich für das Jugendstück „B.S.K.“ der Vorarlbergerin Annabella Gmeiner will man einen Koproduktionspartner finden. Ideal wäre, so Jagg und Dragaschnig, eine Schule, wo dann auch die Aufführungen stattfinden.

Das Land Vorarlberg hat dieses Stückewettbewerb  für Autorinnen und Autoren unter 30 Jahren im Rahmen der Kampagne zum Gewaltverbot unterstützt. Landesrätin Katharina Wiesflecker erläuterte Tatsachen, die hellhörig machen sollten. Rund sieben Prozent der Kinder in Vorarlberg erleiden konkret häusliche Gewalt, etwa ein Viertel aller Kinder sind mit Gewalt konfrontiert. Obwohl körperliche Bestrafung sowie die Zufügung seelischen Leids verboten sind, werden Heranwachsende nicht ausreichend geschützt.

Autorenförderung

Und was passiert mit den 15 weiteren Stücken? Nach der Punktevergabe und Nominierung der Preisträger im streng anonym durchgeführten Wettbewerbsverfahren erwies sich bei der Aufdeckung der Namen, dass die Einsendungen aus Vorarlberg, anderen Bundesländern und dem angrenzenden Ausland kamen. Mit jenen Autorinnen und Autoren, die interessante Ansätze geliefert haben, wollen die Theaterleiter in Kontakt treten, um sie weiter zu fördern. VN