Die Kraft des Nähens wird gemeinsam erlebt

05.07.2019 • 16:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Künstlerin Nesa Gschwend hat ein Langzeitprojekt geschaffen.
Künstlerin Nesa Gschwend hat ein Langzeitprojekt geschaffen.

Nesa Gschwend zeigt im Frauenmuseum Hittisau Teppichobjekte.

Hittisau Mit Nadel und Faden bearbeitete die Schweizerin Nesa Gschwend gemeinsam mit Interessierten ausgemusterte Textilien. Im Rahmen des Bewerbungsprozesses um die Kulturhauptstadt der Europäischen Union 2024 wurde das Projekt „Living Fabrics“ als eines von vielen vom Bewerbungsbüro Dornbirn plus Feldkirch, Hohenems, Bregenzerwald initiiert. Die endgültige Entscheidung wird im November 2019 von einer zwölfköpfigen Expertenjury getroffen. Als Mitbewerber haben es noch St. Pölten und Bad Ischl im Salzkammergut in die engere Auswahl geschafft.

Partizipatives Projekt

Bereits letzten Sommer arbeitete Nesa Gschwend in Dornbirn und Hittisau mit 80 Teilnehmern aus der Bevölkerung an Teppichkunstwerken. Weitere Stopps führten die Textilkünstlerin nach Georgien und Indien. In gemeinsamer Arbeit wurden mitgebrachte und gebrauchte Textilien zuerst aufgetrennt, dann neu bearbeitet und  zusammengesetzt. Insgesamt beteiligten sich rund 250 Personen aus zwanzig Nationen an dem Projekt. Im Zentrum standen das Erzählen von Geschichten, der Austausch von handwerklichen Fähigkeiten sowie die Bewusstseinsschaffung für Textilien und die Textilarbeit. Die dabei entstandenen Arbeiten wurden von der 59-jährigen Künstlerin nachbearbeitet, zueinander in Bezug gesetzt und wieder zu Teppich­objekten zusammengefügt.

Der Entstehungsprozess wurde filmisch begleitet, die Dokumentation soll den Betrachtern die Möglichkeit eröffnen, Einblicke hinter die Geschichten der Werke zu erhalten. Das partizipative Projekt wird nun der Öffentlichkeit im Rahmen der Ausstellung „Living Fabrics. A Dialogue through Textiles“ im Frauenmuseum Hittisau zugänglich gemacht. VN-MIR

Auch über zwanzig Schüler und Schülerinnen der Mittelschule Baumgarten beteiligten sich an dem Projekt „Living Fabrics“. VN/ps
Auch über zwanzig Schüler und Schülerinnen der Mittelschule Baumgarten beteiligten sich an dem Projekt „Living Fabrics“. VN/ps

Die Vernissage findet am 6. Juli statt, die Ausstellung ist bis 28. Juli im Frauenmuseum Hittisau geöffnet, Mi, 14 bis 17 Uhr, Do bis So, 10 bis 17 Uhr: www.frauenmuseum.at