Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Eine Bühne für junge Stimmen

07.07.2019 • 19:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Als sich Kirill Petrenko, der gefeierte, präzise arbeitende Pultstar, der seine Jugend in Vorarlberg verbrachte, einmal vor Jahren an der Oper in Lyon Tschaikowskijs „Eugen Onegin“ widmete, hatte er wenig Glück mit dem Regisseur. Altmeister Peter Stein staubte die tragische Liebesgeschichte nach einem Werk von Puschkin derart mit behäbigen Bildern zu, dass die Entscheidung, junge Stimmen zu engagieren, nur dann zur Geltung kam, wenn man die Augen schloss. Dabei ist sie goldrichtig. Dass die Uraufführung der Oper aus einer bewussten Entscheidung heraus mit Studenten des Moskauer Konservatoriums stattfand, wird gerne vergessen.

Es verwundert somit nicht, dass die Bregenzer Intendantin Elisabeth Sobotka nach einer Mozart-Serie und einem Rossini-Werk als Draufgabe heuer das Tschaikowskij-Puschkin-Drama für ihr Opernstudio angesetzt hat. Der Dirigent, Valentin Uryupin, ist relativ jung, hat einen tollen Werdegang hingelegt, seine Sänger stehen durchwegs ziemlich am Anfang.

Dass es ein Sommerfestspielunternehmen schafft, ohne ein dafür ausgewiesenes Budget auch wichtiger Ausbildungsort und Sprungbrett zu sein, darf unterstrichen werden. Der Wert einer solchen Einrichtung liegt auf der Hand, wurde endlich auch von der Wiener Staatsoper erkannt, die nun ein Studio für Nachwuchssänger einrichtet.

Übrigens: Ein schönes Beispiel einer sozusagen in Bregenz gestarteten Karriere liefert Corinna Scheurle. Sie sang im „Figaro“, wurde an der Berliner Staatsoper zuletzt mit größeren Rollen betraut und kommt nun ins Ensemble der Staatsoper in München.