Begehrte Mannsbilder

Kultur / 12.07.2019 • 20:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der bewegbare Clownskopf für „Rigoletto“ auf dem See entwickelt sich zum faszinierenden Szenenbild. BF/Köhler
Der bewegbare Clownskopf für „Rigoletto“ auf dem See entwickelt sich zum faszinierenden Szenenbild. BF/Köhler

„Rigoletto“ und „Don Quichotte“ bescheren den Festspielen besten Vorverkauf.

Bregenz An diesem Samstagabend nach der Hauptprobe der Neuinszenierung von Verdis Oper „Rigoletto“ auf der Bregenzer Seebühne werden sich – sofern das Wetter mitspielt – die Bilder rasch verbreiten. Etwas über 5000 Jugendliche bilden das Publikum, das die ersten Einblicke in die Arbeit des deutschen Regisseurs und Bühnenbildners Philipp Stölzl erhält. Intendantin Elisabeth Sobotka hat erstmals in der Geschichte der 1946 gegründeten Festspiele diese Oper für den See ins Programm genommen. Der Clownskopf erweist sich als begehrt. Rund 192.000 Karten haben die Festspiele allein für den See angesetzt, 95 Prozent sind mittlerweile verkauft, bis zur Premiere am kommenden Mittwoch sind höchstwahrscheinlich so gut wie alle weg. Die Bregenzer Opernproduktionen wecken immer mehr Interesse, denn auch für „Don Quichotte“ von Massenet, die Produktion im Haus, gibt es nur noch Restkarten. Die französische Regisseurin Mariame Clément konzentriert sich anhand der berühmten Vorlage von Miguel de Cervantes auf die Thematisierung von Männer- und Heldenbildern, die vor rund 400 Jahren, bei Drucklegung des Romans, Menschen beiderlei Geschlechts genauso beschäftigten wie heute.

Intendantin Elisabeth Sobotka hat im Grunde das gesamte Festspielprogramm darauf abgestimmt.  Die Cervantes-Figur beschäftigt uns auch in der Sprechtheaterproduktion. Schnitzlers „Reigen“ in verschiedenen Varianten, Tschaikowskijs „Eugen Onegin“ und die Konzerte entwickeln ebenfalls bereits enorme Anziehungskraft. Den Begriff „ausverkauft“ verwendet die Festspielleitung nicht gern, weil aufgrund der vielen Plätze gegebenenfalls noch kurzfristig Wünsche erfüllt werden können. Zahlen liefert man aber. Rund 5,5 Millionen Menschen haben seit 1985, als der ehemalige Intendant Alfred Wopmann die Bregenzer Dramaturgie entwickelte, die Opern auf dem See gesehen. VN-cd

Mit der letzten Aufführung in diesem Sommer beginnt der Kartenvorverkauf für 2020.“

In der Crossculture-Night werden rund 5000 Jugendliche am 13. Juli die „Rigoletto“-Hauptprobe sehen. Die Premiere der neuen Seeproduktion findet am 17. Juli statt.