Atemberaubende Bilder und große Gefühle

Kultur / 17.07.2019 • 19:08 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Spektakuläre Neuauflage von Disneys „Der König der Löwen“.

Animationsfilm „Der König der Löwen“ ist zurück. 25 Jahre nach dem Erfolg des Zeichentrickfilms kommt die Geschichte erneut ins Kino, in der König Mufasa sein Reich an seinen Sohn Simba weitergeben will und damit seinem Bruder Scar in die Quere kommt, der selbst auf den Thron spekuliert. Simba muss nicht nur lernen, sich zu verteidigen. Er muss auch seine innere Stärke finden und ihr vertrauen.

Mit der Neuauflage ist Disney ein spektakulärer Wurf gelungen, der neue Maßstäbe für animierte Filme setzt. Die weite Savanne, Wasserfälle, kantige Felsen, sandige Wüsten und darüber der hohe Himmel – alles wirkt so, als wäre der Film mit lebendigen Tieren mitten in Afrika gedreht worden. Ist das Animation oder Wirklichkeit? Genau diese Frage sollten sich die Zuschauer stellen, sagt Regisseur Jon Favreau, der 2016 das Remake von „The Jungle Book“ inszeniert hat. Selbstverständlich ist es Animation, denn wildlebende Löwen, Erdmännchen, Vögel, Hyänen, Warzenschweine und andere Steppentiere lassen sich natürlich nicht darauf ein, Regieanweisungen zu befolgen, geschweige denn das Maul beim Sprechen zu bewegen. Doch die Illusion ist nahezu perfekt. Inspiriert von Naturschauplätzen in Afrika, wurden die Landschaften am Computer entworfen, mit der Technik von Videospielen. So entstanden fotorealistische, virtuelle Welten, die das Filmteam während des Drehs auch tatsächlich betreten konnte. „Anstatt es auf dem Computerbildschirm abzuspielen, konnten wir direkt hineingehen und neben einem animierten Löwen stehen“, erzählt Favreau.

Machtgier, Eifersucht

Der Effekt ist beeindruckend. Das Liebliche des Zeichentrickfilms ist verschwunden zugunsten eines packenden Realismus, der die großen Themen der Handlung noch stärker hervorhebt: Machtgier, Eifersucht, Liebe, Hass. Löwenbaby Simba ist natürlich immer noch niedlich mit seinen runden Knopfaugen. Aufregend wird es, wenn etwa Mufasa und sein Bruder Scar kämpfen. Szenen voller Drama und Spannung. Es macht Spaß, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, in der jeder Strohhalm, jedes Steinchen seinen Platz hat. Kaum zu glauben, mit welcher Sorgfalt das alles am Computer geschaffen wurde.

Behutsam modernisiert

Die Recherchen für den Dreh waren sehr aufwendig. Die Filmemacher schauten sich unzählige Naturfilme an und studierten echte Tiere, um ein Gespür für ihre Bewegungen zu bekommen. Sie reisten nach Afrika, um einen Eindruck der Landschaft zu bekommen. Vorbilder waren u. a. der Serengeti National Park und die Namib Wüste in Namibia. Im Magdeburger Zoo in Sachsen-Anhalt machten Tonexperten Aufnahmen von jungen Löwen für das Gebrüll des kleinen Simba, bevor er zu einer Raubkatze heranwächst.

Fans des Films von 1994 hatten befürchtet, die Neufassung könnte alles verfälschen. Doch weit gefehlt. Die alte Version wurde behutsam modernisiert und das Meiste findet sich im Remake, allen voran das Duo Timon und Pumbaa – das Erdmännchen und das pupsende Warzenschwein. Wie eh und je trotten sie durch die Gegend wie ein uraltes Paar und sind rührend besorgt um das Wohlergehen Simbas. Wenn sie dann auch noch „Hakuna Matata“ singen, dann sind sie auf dem besten Wege, ihrem Ruf als heimliche Stars des Films alle Ehre zu machen. Auch viele andere Songs aus dem alten Film sind wieder zu hören, darunter auch das von Elton John und Tim Rice komponierte „Circle of Life“. Neu dabei ist Beyoncé. Sie singt den neuen Titelsong „Spirit“ und spricht im englischen Original Simbas Löwenfreundin Nala.

Vieles beim Alten also, mit ein paar Änderungen. Was also tun? Den Zeichentrickfilm von 1994 weiter in Ehren halten und trotzdem unbedingt die moderne Fassung anschauen. Gefühlvoll erzählt, mit mitreißender Musik und visuell atemberaubend ist der neue „König der Löwen“ ein Kinoerlebnis, das zu Herzen geht.

Der König der Löwen

Regie Jon Favreau

Synchronsprecher Deutsch Ludwig Niesner, Leonard Hohm, Magdalena Turba

Start 17. Juli