Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Bestens gepfiffen

Kultur / 17.07.2019 • 16:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Als ob es der Herzog und Gilda, die beiden Sänger in der Oper “Rigoletto”, nicht schon schwer genug hätten, stellt sich ihnen noch eine weitere Herausforderung, nämlich die des Vergleichs. Nikolaus Habjan pfeift die Arien “La donna è mobile” und “Caro nome” nämlich so gut, dass die Wiener Symphoniker bereit waren, als Begleiter zur Verfügung zu stehen und die Festspiele den Künstler nicht nur als Moderator für den Eröffnungsakt, sondern auch als Interpreten engagierten.

Beobachter haben nun die Wahl, zu überprüfen, welcher Applaus stärker war, der für Habjan mit seinen zu Herzen gehenden Koloraturen, die er anschließend, so selbstironisch als heiße Luft bezeichnete, oder der für manche Aussagen der Eröffnungsredner. Konkret darauf angesprochen, dürften sich die Zuhörer wohl – bar jeglicher Ironie – diplomatisch entscheiden: Bestens gepfiffen, da wie dort.

Festspielpräsident Hans-Peter Metzler hat die Herausforderung, die sich dem Unternehmen im Zusammenhang mit der notwendigen Sanierung der Gebäude stellt, gut in den Verweis auf die Funktion von Kunst und Kultur, ohne die die Humanität verloren ginge, eingebunden. Bundespräsident Alexander Van der Bellens Warnung vor Machtmissbrauch in der Politik erstaunte nach den Vorfällen, die dazu führten, dass ein Minister Alexander Schallenberg am Rednerpult stand, niemanden. Dieser wiederum bemerkte, dass der Ruf des Festspielpräsidenten in Wien gehört werde, was Folgen haben sollte, auf die man in Vorarlberg achten wird.