Eugen Nussbaumer ist als Ballonpilot auf der Festspielbühne tätig

Kultur / 17.07.2019 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Während der Aufführung hat Eugen Nussbaumer den Ballon genau im Blick. VN/SORKO

Der Ballonfahrtexperte war schon auf der ganzen Welt unterwegs und hat viele Abenteuer erlebt.

BREGENZ Schon als Jugendlicher wollte Eugen Nussbaumer hoch hinaus. Mit 17 Jahren sprang er bereits beim Fallschirmspringen aus Flugzeugen und genoss den abenteuerlichen Ausblick auf die Welt. Seit über 30 Jahren ist er als Ballonpilot tätig. „Ich war bereits in allen europäischen Ländern unterwegs, aber auch in Afrika, China und den Vereinigten Staaten“, sagt Nussbaumer und fügt hinzu: „Als Ballonpilot kann ich die Welt erkunden und andere Kulturen kennenlernen.“

Jede Ballonfahrt stellt eine Herausforderung dar, im Vorhinein weiß man nicht genau, wo die Landung stattfinden wird. „Weltweit halten die Piloten zusammen, wir sind sehr gut vernetzt und geben uns gegenseitig Tipps.“ In den Ferien verreist er sehr gerne mit seiner Familie, die letzten zwei Urlaube haben sie in Rumänien verbracht. „Man sollte die Vorurteile über das Land vergessen. Die Menschen sind sehr herzlich, die Natur ist unberührt und es gibt sehr viel zu entdecken.“ Bei seinen Reisen hat Nussbaumer schon viele Abenteuer erlebt. „Wir sind in einer kleinen Provinz in China gelandet und konnten uns kaum mit den Dorfbewohnern verständigen. Schlussendlich kommunizierten wir mit Händen und Füßen. In Rumänien landeten wir in der Nähe der ukrainischen Grenze und kamen mit Grenzschützern in Kontakt.“ Als Nationalteammitglied der Schweiz nahm er schon an mehreren Europameisterschaften und einer Weltmeisterschaft teil. Nussbaumer beteiligte sich an internationalen Wettkämpfen und Zusammenkünften. Er engagiert sich als Mitglied beim Union Para Club Silvretta, dem einzigen Fallschirmsprungverein in Vorarlberg.

Hoch hinaus

Für Giuseppe Verdis Oper „Rigoletto“ wurden auf der Seebühne nicht nur ein 175 Tonnen schwerer Kopf und zwei überdimensionale Hände kreiert, sondern auch ein gelb-weiß gestreifter Ballon mit dem amtlichen Kennzeichen „OE-RIG“ aufgestellt. Der Ballon mit rund dreizehn Metern Durchmesser kann während der Aufführung mehr als 40 Meter in die Höhe fahren. Film- und Opernregisseur Philipp Stölzl entwickelte die fantasievolle Bühne und zeichnet auch für die Regie verantwortlich. Gemeinsam mit zwei weiteren Flight Officers kümmert sich Nussbaumer um einen geregelten Ablauf und die richtige Handhabung des Fluggeräts. Sie kontrollieren die Windentwicklung, überprüfen die technischen Vorrichtungen und behalten das Wetter auf mehreren Monitoren im Auge. Schlussendlich entscheiden sie bei jeder Vorstellung aufs Neue, ob der Ballon abheben darf. „Die Sicherheit steht für uns an erster Stelle. Unser Ballonteam besteht aus acht Personen, die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. Die Bedingungen auf der Seebühne sind sehr speziell, wir sind sehr motiviert und freuen uns auf die Herausforderungen.“

„Als Ballonpilot erlebe ich jeden Tag neue Abenteuer und kann den Menschen, insbesondere Kindern, viel Freude bereiten.“ Seine Begeisterung für die Ballonfahrerei hat sich auch auf seine Familie übertragen. Seine Tochter absolvierte ihren Ballonausweis bereits mit 16 Jahren, sie war damals die Jüngste in ganz Europa. Als Fallschirmspringer und Ballonpilot ist auch sein Sohn viel in der Luft unterwegs. Während Eugen Nussbaumer seine Tätigkeit als Pilot hauptberuflich ausübt, engagieren sich seine Kinder nebenberuflich für die Ballonfahrt. Nussbaumer besitzt mehrere Fluggeräte. Sein größter Ballon, auf dem das Logo der Vorarlberger Nachrichten ersichtlich ist, gilt als einer der größten in Europa und bietet Platz für 16 Gäste. „Sobald wir in der Luft sind, gibt es keine Grenzen mehr. Mit meinem Beruf konnte ich mir einen sehr großen Traum erfüllen.“