Trauer um die engagierte, kritische Philosophin Agnes Heller

Kultur / 21.07.2019 • 19:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Budapest „Mit Trauer und Dankbarkeit“ hat das Internationale Auschwitz Komitee an das Engagement der am Freitagabend verstorbenen ungarischen Philosophin Agnes Heller erinnert. Trotz Diffamierungen habe sie nie zum „populistischen Hetztreiben der Orbans dieser Welt“ geschwiegen. „Agnes Heller, ihre Empathie und ihr kritisch leuchtender Geist werden uns gerade in diesen Zeiten fehlen.“ Heller wurde 1929 geboren und verlor viele Angehörige durch den Massenmord an den Juden während des Zweiten Weltkriegs. In Ungarn sei sie antisemtischen Diffamierungen ausgesetzt gewesen, dennoch habe sie in Erinnerung an die Entwicklung des Faschismus in Europa in ihrem Werk den Hass der Populisten präzise analysiert.

Nach dem Aufstand von 1956 stellte Heller den sogenannten real existierenden Sozialismus – der die sowjetische Herrschaft über Osteuropa einschloss – in Frage. 1977 emigrierte sie nach Australien. 1986 wurde sie Nachfolgerin von Hannah Arendt auf deren Lehrstuhl an der New School for Social Research in New York. Nach der demokratischen Wende 1989 kehrte sie nach Ungarn zurück.

Im August hätte Agnes Heller die Rede bei der Eröffnung des Europäischen Forums Alpbach in Österreich halten sollen.