Lech Classic Festival: Auf Mozart ist einfach Verlass

Kultur / 01.08.2019 • 17:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Lech Classic Festival hat sich auch als Podium der Begegnung mit jungen Hochbegabungen etabliert.  LZT
Das Lech Classic Festival hat sich auch als Podium der Begegnung mit jungen Hochbegabungen etabliert.  LZT

Dem Lech Classic Festival bescherte er vor Bellini und Verdi eine vollbesetzte Kirche.

Lech Woran man erkennt, dass es Zeit für das Lech Classic Festival ist? Vielleicht daran, dass sich Musiker auf den Weg auf den Arlberg machen, die ansonsten an den namhaften Opernhäuser zu erleben sind. Ein weiteres Kennzeichen könnte auch das begeisterte Publikum sein. Ganz klar aber ist der Fall, wenn man dicht an dicht in der vollbesetzten Neuen Kirche gespannt darauf wartet, dass die Musik mit den ersten Takten anhebt. Genau das kann man dieser Tage erleben. Schon die Eröffnung des Festivals war ein durchschlagender Erfolg, den man auch am zweiten Abend fortsetzen konnte.

Wenn sich jemand an ein Violinkonzert von Paganini heranwagt, dann ist das ein Statement für sich. Wenn diejenige aber erst 16 Jahre alt ist, dann ist das nichts weniger als ein Ereignis. Maria Duenas aus Spanien gilt als einer der aufsteigenden Sterne am Musikhimmel. Nicht umsonst spielt sie eine Violine von Nicolaus Gagliano aus dem 18. Jahrhundert, die ihr die Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung gestellt hat. Derzeit noch Studentin an den Musikuniversitäten von Wien und Graz, bewies sie in Lech virtuose Musikalität und Nervenstärke. Denn es will schon etwas heißen, sich nur einen knappen halben Meter vom Publikum entfernt hinzustellen und loszulegen.

LZT
LZT

In Sachen Begeisterung standen ihr übrigens die Sopranistin Julia Novikova und der Tenor Dmytro Popov in nichts nach. Sie interpretierten gemeinsam Auszüge aus Puccinis „La Bohème“. Begeisterung rief auch Gottlieb Wallisch hervor, der mit Listzs Klavierkonzert Nr. 1 in Es-Dur den ersten Konzertabend beschloss.

Ein Hit nach dem anderen

Einen Tag später setzte sich der Erfolg fort und schlug gleichzeitig doch ein ganz eigenständiges Kapitel auf. „Mozart über alles“ lautete der Titel des Konzerts. „Die kleine Nachtmusik“ fehlte da ebenso wenig wie ein Rondo aus der „Haffner Serenade“, das Konzert für Oboe und Orchester in C-Dur KV 314 oder das Klavierkonzert Nr. 25 in C-Dur KV 503. Bekanntes, könnte man sagen. Gutes, muss man unbedingt ergänzen. Denn es soll einem Stück Musik doch nicht zum Nachteil werden, dass man sein grundlegendes Motiv schnell im Ohr hat und nur schwer wieder los wird. Musizierte das Lech Festival Orchester im ersten Teil stehend und ohne führende Dirigentenhand, so trat nach der Pause mit Tetsuro Ban ein alter Bekannter auf die Bühne. Souverän führte er Orchester und Solisten. Namentlich waren das die Pianistin Melanie Chae und Gottlieb Wallisch.

Während man erst in letzter Zeit wieder öfter das Vergnügen hat, Melanie Chae als Solistin lauschen zu dürfen, ist Gottlieb Wallisch seit Jahren eine fixe Größe. Während Melanie Chae mit dem einfühlsam vorgestellten Rondo für Klavier und Orchester in A-Dur KV 386 quasi in die Klavierkonzerte Mozarts einführte, berührte Wallisch mit einer wunderschönen Interpretation des Klavierkonzerts Nr. 25 Oboe und Orchester, bevor der Bulgare Kamen Nikolov in köstlichem Gleichklang schwingen ließ und Edwin E.S. Kim mit seinen Violin-Bravourstücken nicht fehlen durfte. Veronika Fehle

Das Lech Classic Festival dauert noch bis zum 3. August. Es folgen am 2. August eine konzertante Fassung von Bellinis „Norma“ und am 3. August Verdis „Messa da Requiem“.