Rammstein kann auch soft provozieren

02.08.2019 • 20:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Till Lindemann, Frontsänger der Band Rammstein. Dpa
Till Lindemann, Frontsänger der Band Rammstein. Dpa

Nun sorgt aber gerade eine zarte Geste der deutschen Band für Aufsehen.

Berlin/Moskau Sex geht immer bei Rammstein, oder Gewalt, gern auch in Kombination. Die Band aus Berlin ist bekannt für harte Texte und martialisches Auftreten. Provokationen scheinen dabei gewollt. Umso erstaunlicher, dass nun eine zarte Geste für Aufsehen sorgt. Die Gitarristen Richard Kruspe und Paul Landers küssen sich am Ende eines Songs. Na und? Es ist in Moskau, Hauptstadt eines Landes, in dem Menschenrechtler immer wieder brutale Übergriffe auf Homosexuelle beklagen. Die Geste gibt es nicht überall auf der Tour, doch sie wirkt wie ein Teil der Show. Allerdings postete die Band nach dem Moskau-Konzert ein Foto des Kusses auf ihrem Instagram-Account. Kommentar in kyrillischer Schrift: „Russland, wir lieben dich.“ Im Netz und in westlicheren Ländern gab es dafür viel anerkennende Reaktionen. In Moskau allerdings rief etwa der Parlamentsabgeordnete Vitali Milonow dazu auf, Russland künftig solche Auftritte zu ersparen. Die Fans der Band seien doch nicht normal. Was Milonow auch nicht freuen wird: Es sind viele. Ins Moskauer Central Dynamo Stadion kamen gut 80 000. Russische Rammstein-Fans zählen zu den treuesten Anhängern.

Ein deutliches Statement der Solidarität zeigte Rammstein zuvor beim Konzert in Chorzów, auch in Polen werden Homosexuelle immer wieder drangsaliert. Landers und Schlagzeuger Christoph Schneider schwenkten die Regenbogenfahne für Akzeptanz der Vielfalt lesbischer, schwuler, bisexueller, transsexueller, intersexueller, queerer Lebensformen.