Linda Christina Riedmann startet als Filmemacherin durch

06.08.2019 • 18:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Höchsterin Linda Christina Riedmann arbeitet in Los Angeles für eine Produktionsfirma und verwirklicht als freie Produzentin spannende Projekte. BRIAN CONTRERAS

Die Höchsterin Linda Christina Riedmann ist mit ihrem Streifen „The Wind Phone“ bei der Alpinale vertreten.

Nenzing Von einer Karriere im Filmbusiness träumen viele, aber nach Hollywood schafft es kaum wer. Die Höchsterin Linda Christina Riedmann (26) konnte ihr Ziel erreichen, sie arbeitet in Los Angeles als Filmproduzentin. Ihr Streifen „The Wind Phone“ wurde in das Programm des Kurzfilmfestivals Alpinale in Nenzing aufgenommen.

Wann ist Ihr Interesse für die Filmbranche entstanden?

riedmann Nach der Matura habe ich ein Jahr in Los Angeles bei einer Gastfamilie verbracht. Damals wurde mir klar, dass die Arbeitsmöglichkeiten in der Filmbranche sehr vielfältig sind, man muss sich nicht zwangsläufig als Regisseurin oder Schauspielerin engagieren und vor der Kamera stehen. Es gibt in diesem Bereich auch ganz normale Jobs, für die man auch nicht berühmt sein muss.

Sie haben in London und Los Angeles studiert. Warum haben Sie sich für diese Studien entschieden?

riedmann Bei der Studienauswahl habe ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen. Im Rahmen meines Filmwissenschaftsstudiums in London habe ich mich auch intensiv mit den Bereichen Geschichte, Soziologie und Psychologie befasst. Mir wurde ziemlich schnell klar, dass ich mich mit der Filmwelt nicht nur akademisch befassen möchte. Nach meinem Abschluss im Jahr 2015 entschied ich mich für ein Masterstudium als Produzentin in Los Angeles. Während meiner Studienzeit in Kalifornien konnte ich dann bei Produktionen mitwirken und praktische Erfahrungen sammeln.

Mittlerweile arbeiten Sie als Filmproduzentin in Los Angeles. Wie würden Sie Ihren Beruf beschreiben?

riedmann Auf der einen Seite engagiere ich mich als freie Produzentin, auf der anderen Seite arbeite ich in der Filmabteilung einer Produktionsfirma, die sehr eng mit der Streaming-Plattform Netflix zusammenarbeitet. Wir bekommen zahlreiche Drehbücher und Entwürfe zugesendet. Ich bewerte das Material und helfe dabei, die Entscheidung zu treffen, ob die Ideen weiterverfolgt werden sollen. Als unabhängige Produzentin befasse ich mich unter anderem mit der Entwicklung von Kurzfilmen und wirke bei unterschiedlichen Projekten mit.

Sie waren letztes Jahr Jurymitglied beim Filmfestival Alpinale. Was ist für Sie das Erfolgsgeheimnis für einen guten Streifen?

riedmann Ein Kurzfilm sollte mehrere Dimensionen haben und nicht nur aus einer Aneinanderreihung von Handlungspunkten bestehen. Die Kunst liegt darin, eine tiefgründige Geschichte in nur wenigen Minuten dem Publikum zu vermitteln. Besonders gut gefallen mir Kurzfilme, die eine Botschaft vermitteln und ein überraschendes Ende haben. Bei der Alpinale ist für jeden Geschmack etwas dabei. Im Rahmen der Kategorie „v-shorts“, bekommen lokale Filmemacherinnen und Filmemacher die Chance, ihre Werke zu zeigen und haben die Möglichkeit, sich zu vernetzen.

Sie haben sich als Produzentin an dem Kurzfilm „The Wind Phone“, der auch bei der Alpinale läuft, beteiligt. Welche Herausforderungen gab es bei der Entstehung?

riedmann Mit Kristen Gerweck, die das Drehbuch geschrieben und auch die Regie übernommen hat, habe ich sehr eng zusammengearbeitet. Die Produktion wurde von mir vom Anfang bis zum Ende begleitet. Gemeinsam haben wir ihre Visionen verwirklicht. Als Produzentin habe ich unter anderem den Drehablauf koordiniert und die Lohnverhandlungen mit den Mitwirkenden geführt. Es handelt sich um einen japanischen Film, somit gab es einige Sprachbarrieren zu überwinden. Der Streifen hat sich mitterweile für über 30 internationale Filmfestivals qualifiziert.

Was sind aus Ihrer Sicht wichtige Voraussetzungen, um als Filmproduzentin erfolgreich zu sein?

riedmann Als Produzentin sollte man gut organisiert sein und viel Durchhaltevermögen mitbringen. Kreativität und Ideenreichtum gehören bei diesem Job dazu. Es ist mir ein großes Anliegen, meine Integrität zu bewahren. In diesem schnelllebigen Business gibt es viele Menschen, die andere übers Ohr hauen, um schneller die Karriereleiter hochzuklettern. Es ist wichtig, ein Netzwerk von Personen aufzubauen, denen man vertrauen kann. In der Filmindustrie stellt der Informationsaustausch das wichtigste Kapital dar.

Linda Christina Riedmann
stammt aus Höchst und arbeitet in Los Angeles in der Filmbranche.
Geboren 10. Juni 1993
wohnort Los Angeles und Höchst
job Filmproduzentin
Ausbildung Studium King’s College London und University of California
Hobbys Wandern, Snowboarden, Lesen, Reisen

Das Kurzfilmfestival Alpinale findet noch bis 10. August am Ramschwagplatz in Nenzing (bei Schlechtwetter im Ramschwagsaal) statt: www.alpinale.at