Eine Bayerin in Brasilien und mysteriöse Signale

07.08.2019 • 16:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Das Filmfestival Alpinale überzeugt mit Niveau und Weltoffenheit. Heuer treten 34 Streifen in fünf Kategorien gegeneinander an.

Nenzing Sie sind aufregend, berührend und immer wieder für eine Überraschung gut. Mit Popcorn in der Hand können die Besucher der Alpinale in die Welt des Kurzfilms eintauchen. Vier Streifen mit Vorarlberg-Bezug treten in der Kategorie „v-shorts“ an. Im voll besetzten Ramschwagsaal wurde das Festival mit dem Werk „I Am Social“ von Selina Nenning (24) aus Viktorsberg eröffnet. „Ich habe mir immer wieder die Frage gestellt, inwiefern meine virtuellen Freunde auch in der Realität zu mir stehen. Die sozialen Medien können sehr einflussreich sein“, sagt Nenning. Gestern lief der gesellschaftskritische Streifen „The Differents“ von Fine Gumpert. Die beiden Filmemacherinnen legten die Latte in der Kategorie „v-shorts“ hoch an. Im Wettbewerb sind ingesamt 34 Streifen vertreten, davon sieben österreichische Produktionen. Die fünfköpfige Jury wird am Samstag die Sieger bekannt geben. „Ein guter Kurzfilm lässt mich vergessen, dass es sich nicht um die Realität handelt“, erklärt die Tatort-Schauspielerin Simone Fuith (45), die heuer in der Jury sitzt. Jeden Abend haben die Zuseher die Möglichkeit, die gezeigten Streifen mittels Stimmzettel zu bewerten, der Publikumsfavorit wird ebenfalls ausgezeichnet.

„Unser Ziel ist es, Cineasten eine Plattform zu bieten und hochwertige Filme zu zeigen. Die Möglichkeit, Virtual-Reality-Brillen auszuprobieren, wird sehr gut angenommen“, betont Festivalleiterin Manuela Mylonas (38). Damit auch die jungen Besucher nicht zu kurz kommen, werden am Freitag und Samstag, jeweils ab 16 Uhr, kindgerechte Filme gezeigt.

Unterhaltsames Material

Eine bayerische Botanikerin begibt sich auf eine viermonatige Expedition durch Brasilien. Doch als sich ein Mann weigert, ihre Befehle anzunehmen, ändert sich die Stimmung schlagartig. Der 30-minütige Streifen „Therese“ wird die Zuseher nachhaltig zum Nachdenken über Identitäten anregen. Die deutsch-türkische Produktion „Hörst du, Mutter“ dreht sich um eine kurdische Frau, die wegen Terrorunterstützung zu sechs Jahren Hausarrest verurteilt wurde. Der polnische Streifen „The Last Tale About Earth“ spielt sich in einer post-apokalyptischen Welt ab. Mysteriöse Signale, die nur von dem jungen Mädchen Lena wahrgenommen werden können, versetzen ihre ganze Familie in Aufruhr. Gemeinsam versuchen sie dem Geheimnis auf die Schliche zu kommen.

 

„Unser Ziel ist es, Cineasten eine Plattform zu bieten und hochwertige Kurzfilme zu zeigen.“

Das Kurzfilmfestival Alpinale findet noch bis 10. August am Ramschwagplatz in Nenzing (bei Schlechtwetter im Ramschwagsaal) statt: www.alpinale.at