„Teenager sind wie Blumen, Eltern sind das Unkraut“

Kultur / 07.08.2019 • 18:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beim Tagebuch-Slam im Alten Hallenbad wurde viel gelacht. Drei mutige Vorarlbergerinnen lasen vor 220 Zuhörern aus ihren originalen Tagebüchern vor.Eva Sutter
Beim Tagebuch-Slam im Alten Hallenbad wurde viel gelacht. Drei mutige Vorarlbergerinnen lasen vor 220 Zuhörern aus ihren originalen Tagebüchern vor.Eva Sutter

Beim Poolbar-Festival wird viel Abwechslung geboten.

Feldkirch Wer kennt sie nicht? Peinliche Tagebucheinträge, die einem heute noch die Schamesröte ins Gesicht treiben. Beim Tagebuch-Slam, der bereits zum fünften Mal im Rahmen des Poolbar-Festivals stattfand, wurden dunkle Geheimnisse aus Teenagerzeiten gelüftet. Vier Kandidatinnen und ein Kandidat lasen jeweils fünf Minuten aus ihren originalen Tagebüchern vor und konfrontierten die Zuhörer mit Sinnkrisen, peinlichen Müttern und vielen ersten Malen. „Ich habe es einfach mal probiert, wie bei einer Matheschularbeit. Am Ende gab es die volle Punktezahl für mich“, berichtete eine Kandidatin von ihren ersten sexuellen Erfahrungen. Es folgten Geschichten über Landschulwochen, das erste Mal schmusen und Auslandsaufenthalte. Mona (geboren 1970) aus Bregenz berichtete von ihrer Au-pair-Zeit in den Vereinigten Staaten und der Tatsache, dass an jeder Straßenecke Schusswaffen zu Spottpreisen über die Ladentheke wandern. „In Amerika ist fast alles möglich und man soll niemals nie sagen“, erzählte Mona, die diesen Eintrag im Jahr 1989 verfasste. Die Feldkircherin Laura (geboren 1999) las unterhaltsame Anekdoten über ihre Fanliebe zu Harry Potter vor.

Geteiltes Leid

Yvi (geboren 1987), die aus Feldkirch stammt, gab lustige Geschichten über ihre Reise durch Australien preis. Der Oberösterreicher David (geboren 1993) berichtete von einem peinlichen Besuch seiner Mama bei einer Landschulwoche im Jahr 2004. Die Tirolerin Tamara (geboren 1992) las Tagebucheinträge aus dem Jahr 2009 vor. Sie sprach über ihren ersten Liebeskummer und Konflikte mit ihren Eltern. „Teenager sind wie Blumen, Eltern sind das Unkraut. Mamas sind einfach so peinlich. Ich kann es gar nicht erwarten, bis ich eine bin“, sagte sie. Das Publikum kürte Tamara mittels Applaus zur Siegerin des Abends.

Österreichweit fanden bisher 167 Tagebuch-Slams mit 436 Kandidaten statt. „Es ist nie zu spät, um wieder mit dem Tagebuchschreiben anzufangen. Meine Mission ist es, möglichst viele Menschen wieder dazu zu bewegen,“ sagt Initiatorin Diana Köhle. VN-MIR

Heute, 8. August, tritt die Hardcore-Punk-Band Propagandhi auf. Das Poolbar-Festival im Reichenfeld-Areal läuft noch bis
11. August: www.poolbar.at