Aufwühlende Reisen in verschiedene Länder und ins Innere

11.08.2019 • 20:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In der Kategorie v-shorts gewann Rupert Höller mit
In der Kategorie v-shorts gewann Rupert Höller mit „1+1=1“.

Die Preisträger der diesjährigen Alpinale bestätigen die Internationalisierung des Filmfestivals.

Nenzing Die Einreichungen für das jährlich ausgetragene Filmfestival Alpinale kommen mittlerweile erfreulicherweise aus aller Welt. Heuer entschied sich die entsprechend international besetzte Jury bei der Vergabe der Hauptpreise bzw. der Trophäen in Form von Einhörnern für Arbeiten aus Israel, Großbritannien und für eine deutsch-türkische Produktion.

In der Kategorie v-shorts, in der Filme mit einem Vorarlberg-Bezug gezeigt werden, überzeugte Rupert Höller mit dem Streifen „1+1=1“, der Erlebnisse in einer durchwachten Nacht einfängt. Gedreht wurde am Lünersee. Die Jury würdigte das „tiefgreifende Verständnis für filmisches Erzählen“ und die „Umsetzung von komplexen Szenen“. Besetzt war die Jury mit Zora Rux, einer Filmemacherin aus Berlin, mit der österreichischen Schauspielerin Simone Fuith, mit Christoph Rainer, dem österreichischen Filmemacher und Leiter des Shortynale Filmfestivals, und den zwei irischen Filmemachern Vincent Lambe und Darren Mahon, die mit ihrem Kurzfilm „Detainment“ letztes Jahr sowohl bei der Alpinale gewürdigt wurden, als auch für einen Oscar nominiert waren. 

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Bei der 34. Auflage des von Manuela Mylonas geleiteten Festivals konnten rund tausend Besucher gezählt werden. Im kommenden Jahr wird das Festival vom 11 bis 15. August durchgeführt. Der Preis für den besten internationalen Kurzfilm geht an „Hörst du, Mutter?“ von Tuna Kaptan, der die Unterdrückung der Kurden in der Türkei aufzeigt. „Hier wird nichts dramatisiert, weil die Situation keiner Dramatisierung bedarf, stattdessen konzentriert sich der Regisseur auf die Absurdität der Situation“, urteilte die Jury. Der Preis für die beste Animation geht an Lucia Bulgheronis Werk „Inanimate“. Mit visuellen Sequenzen nehme die Animation das Leben einer charmanten Protagonistin buchstäblich auseinander, erklärten die Juroren: „Es offenbart sich ein einzigartiger Blick hinter die Kulissen ihrer Wahrnehmung.“ Das Werk wurde als eine „berührende, aufwühlende Reise“ bezeichnet, „die immer wieder überrascht, verzaubert, und nicht zuletzt auch dazu animiert, genauer zu schauen und tiefer zu blicken.“

Die beste Hochschulproduktion sowie der Film, der mit dem Preis der Jury prämiert wurde, kommen aus Israel. „Shabbos Kallah“ von Aleeza Chanowitz konfrontiert mit einem Hochzeitsfest, bei dem die Gefühle der Braut und ihrer Freundinnen „humorvoll und berührend“ vermittelt werden. Omri Dekel-Kadosh versucht in „Portrait Of My Family In My 13th Year“ einen Familienausflug aufzuarbeiten, bei dem der Hund ums Leben kann. „Selten stößt man auf einen Film mit einer solch unmittelbaren emotionalen Wirkung. Während der Dreharbeiten einer einfachen Szene werden wir Zeuge einer komplizierten Beziehung zwischen Vater und Sohn. Der Film ließ uns lange nicht los“, hieß es. VN-cd

Der Film „Shabbos Kallah“ der in Isreal lebenden New Yorkerin Aleeza Chanowitz wurde als beste Hochschulproduktion ausgezeichnet.Alpinale
Der Film „Shabbos Kallah“ der in Isreal lebenden New Yorkerin Aleeza Chanowitz wurde als beste Hochschulproduktion ausgezeichnet.Alpinale

Preisträger Alpinale 2019

v-shorts „1+1=1“ von
Rupert Höller (A)

Kurzfilm international „Hörst du Mutter?“ von Tuna Kaptan (D, TR)

Animation „Inanimate“ von
Lucia Bulgheroni (GB)

Kurzfilm Hochschule “Shabbos Kallah” von Aleeza Chanowitz (IL)

Preis der Jury „Portrait Of My Family In My 13th Year” von Omri
Dekel-Kadosh (IL)

Lobende Erwähnung “Der Hund bellt“ von Stefan Polasek (A)

Publikumspreis „Die Schwingen des Geistes“ von Albert Meisl (A)

Kurzfilm Horror „Point Of View” von Justin Harding (CDN)

Kinder-Publikumspreis “Ameise” von Julia Ocker (D)