Gewappnet für die Zukunft

Kultur / 16.08.2019 • 18:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Rigoletto auf der Festspielbühne

Rigoletto auf der Festspielbühne

Festspiele enden mit rund 250.000 Besuchern. Fast alle Produktionen waren ausverkauft.

Bregenz Nach dem „Rigoletto“ ist vor dem „Rigoletto“: Die einzigartige Neuinszenierung auf dem See hat den Bregenzer Festspielen heuer rund 180.400 Zuschauer beschert, rund 15.000 Tickets mussten bei bislang drei Regenabsagen wieder rückerstattet werden. Insgesamt wurden 2019 rund 250.000 Besucher gezählt. Bereits am Tag der Premiere waren alle Aufführungen ausverkauft, Tickets für die Wiederaufnahme sind ab Beginn der Saisonderniere buchbar, das heißt, ab 18. August, 21 Uhr. Die Produktion auf dem See wird bekanntermaßen zwei Jahre lang gespielt, im Jahr 2020 soll es 27 „Rigoletto“-Aufführungen geben. Wer bei der Bilanzpräsentation vor Medienvertretern genau hinhörte, kann Schlüsse ziehen. Die Frage, ob es vielleicht eine 28. gibt, beantwortete der kaufmännische Direktor Michael Diem mit einem einfachen Satz: „Ich würde mich freuen.“

Im Gespräch mit den VN erläuterte Intendantin Elisabeth Sobotka die Besonderheiten eines Programms, das nun jenen Umfang hat, den sie seit ihrer Ankunft in Bregenz im Jahr 2015 anstrebte. Eine vierte Aufführung von „Don Quichotte“, der Oper im Festspielhaus, wäre wahrscheinlich nicht mehr voll und würde mehr kosten, als sie einbringt. Außerdem würde sie weitere Einschränkungen bedingen, nämlich bei der Zahl der Seeaufführungen und der Konzerte. Die VN konnten in Erfahrung bringen, dass „Don Quichotte“ in der enorm ideenreichen, aber dennoch kompakten Inszenierung von Mariame Clément von einer deutschen Bühne übernommen wird.

Uraufführungen

Längst klar ist, dass die österreichische Erstaufführung von „Der Reigen“ von Bernhard Lang nach Wien kommt und dass im nächsten Jahr mit „Wind“ des Vorarlbergers Alexander Moosbrugger eine Uraufführung auf dem Programm steht. Elisabeth Sobotka hat, wie sie den VN verrät, noch eine zweite in Planung: „Wir stehen uns auf der Werkstattbühne damit zwar selbst auf den Füßen, aber ich möchte dort zwei Projekte machen.“ Nach „Don Quijote“, der Premiere einer Produktion des Deutschen Theaters Berlin, wird auch das Schauspiel weiterhin im Programm bleiben. Apropos Verlängerung: Genaugenommen beginnen die Festspiele im Jahr 2020 früher, schon Ende Mai wird eine „Rigoletto“-Produktion für Kinder aufgeführt. Partner sind das Symphonieorchester Vorarlberg und das Unternehmen Opera Domani, mit dem man bereits im Vorjahr bei einem „Carmen“-Projekt für Kinder sehr gute Erfahrungen gemacht hat.

Man habe sehr wenig Grund, am bestehenden Konzept zu rütteln und werde die „vorsichtige, unaufgeregte Strategie weiterfahren“, zeigte sich Festspielpräsident Hans-Peter Metzler erfreut über den Verlauf. Die geplante Sanierung des Festspielhauses und der Seebühne werde finanzierbar sein. Zehn Prozent, das heißt rund 5,5 Millionen Euro müssen die Festspiele dafür selbst aufbringen. „Wir sind gewappnet“, sagte Michael Diem. VN-cd

„Wir müssen den Fokus auf den See legen. Ich finde es sensationell, wie gut alles ankommt.“

Don Quichotte im Festspielhaus

Don Quichotte im Festspielhaus

Don Quijote im Kornmarkttheater

Don Quijote im Kornmarkttheater

Eugen Onegin im Kornmarkttheater

Eugen Onegin im Kornmarkttheater

Luftkunst mit Nikolaus Habjan im Festspielhaus

Luftkunst mit Nikolaus Habjan im Festspielhaus

Orchesterkonzert Wiener Symphoniker mit Philippe Jordan im Festspielhaus

Orchesterkonzert Wiener Symphoniker mit Philippe Jordan im Festspielhaus

Paris! Paris! im Festspielhaus

Paris! Paris! im Festspielhaus

Der Reigen auf der Werkstattbühne

Der Reigen auf der Werkstattbühne

Wunderwandelwelt auf der Werkstattbühne

Wunderwandelwelt auf der Werkstattbühne