Die Oper zeigt es, das Leben ist ein Kampf

Kultur / 23.08.2019 • 22:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Christopher Maltman in der Titelpartie von „Oedipe“ von Enescu. APA
Christopher Maltman in der Titelpartie von „Oedipe“ von Enescu. APA

An „Oedipe“ von George Enescu zu erinnern, hat sich gelohnt.

Salzburg Er war ein Wunderkind, wurde gefeiert und verstarb verarmt. Das Schicksal des rumänischen Komponisten George Enescu (1881-1955) ist heuer Thema diverser Aufsätze. Den Anlass lieferten die Salzburger Festspiele mit einer Neuinszenierung seiner kaum gespielten, 1936 uraufgeführten Oper „Oedipe“. Kaum eine Figur der griechischen Mythologie wird vom Schicksal derart malträtiert wie der Sohn von Laios, der mit der eigenen Mutter Kinder zeugt, sich schuldvoll blendet und schließlich seinen Weg findet.

Enescu fährt mit großem Orchester und Perkussion auf, kann neben Mahler locker bestehen und hat in den Wiener Philharmonikern unter Ingo Metzmacher selbstredend hervorragende Botschafter seines Schaffens. Die Eins-A-Besetzung wird von Christopher Maltman in der Titelrolle gekrönt, der den Dreistünder mit bewundernswerter Technik zum Hörgenuss macht. Optisch entspricht das Projekt den Erwartungen. Wer Achim Freyer engagiert, erhält ein präzises Figurentheater, dessen Märchen-Machart absolut plausibel ist, aber dennoch den Wunsch weckt, dieses Werk einmal noch abstrahierter ins Licht gesetzt zu erleben. VN-cd

Weitere Aufführung von „Oedipe“ am 24. August im Rahmen der Salzburger Festspiele in der Felsenreitschule.