Michael Köhlmeier und Konrad Paul Liessmann präsentierten ihr neues Buch

Kultur / 04.09.2019 • 22:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
100 Besucher kamen zur Premierenlesung nach Schwarzach. VN/Stiplovsek
100 Besucher kamen zur Premierenlesung nach Schwarzach. VN/Stiplovsek

Mit „Der werfe den ersten Stein“ geht der spannende Dialog zwischen dem Erzähler und dem Philosophen in die nächste Runde.

Tanja Schwendinger

Schwarzach Zwölf Geschichten über die Spielarten des Bösen stehen im Fokus des neuen gemeinsamen Buchs von Schriftsteller Michael Köhlmeier und Philosoph Konrad Paul Liessmann, aus dem sie am Mittwochabend auf Einladung von „Das Buch“ bei Russmedia in Schwarzach lasen. Literatur trifft hier auf Philosophie, Köhlmeier erzählt, die Interpretation übernimmt Liessmann. Auch bei der Premierenlesung waren die Rollen klar verteilt, jeder Autor las seine eigenen Texte. Diese Prinzip hat sich bereits in ihrem Bestseller „Wer hat Dir gesagt, dass du nackt bist, Adam? – Mythologisch-philosophische Verführungen“, das 2016 erschienen ist, bestens bewährt. Mit „Der werfe den ersten Stein – Mythologisch-philosophische Verdammungen“, das auch als Hörbuch erschienen ist, geht der spannende Dialog zwischen dem Vorarlberger Erzähler und dem Philosophen in die nächste Runde. „Eine schöne Tradition“, wie Michael Köhlmeier bei der Buchpräsentation anmerkt.

Betrug, Intrigen, Unterwerfung

Die kurzweilige Lesung in Schwarzach haben sich rund 100 Besucher nicht entgehen lassen. Zurecht, denn wie oft, außer beim jährlichen Philosophicum in Lech, bietet sich die Möglichkeit, diese zwei Bestsellerautoren live im Dialog zu erleben. Vom Betrug bis zur Kränkung, von der Intrige zur Unterwerfung, von der Lüge zur Schuld: Köhlmeier und Liessmann erkunden diesmal die dunkelsten Seiten unserer Existenz.

Während Köhlmeier sich beispielhafte Verdammungen aus antiken Mythen, aus der Bibel sowie aus Shakespeares Welt herauspickt und diese auf neue Weise erzählt, schlägt Liessmann mit seiner philosophischen Betrachtung und Interpretation die Brücke klar ins Heute und stellt schon mal Bezüge zur Ibiza-Affäre her. Ein Gespann, das sich perfekt ergänzt, was bei der Lesung einmal mehr deutlich wurde. Der langanhaltende Applaus sprach Bände und vielleicht hat so mancher Zuhörer die eine oder andere Erkenntnis über sich oder andere gewonnen.

„Der werfe den ersten Stein“, Michael Köhlmeier, Konrad Paul Liessmann, Hanser, 224 Seiten