Neues vom Meister der Gänsehaut

Kultur / 13.09.2019 • 17:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Stephen King legt mit Das Institut
einen fesselnden Thriller vor.

Roman Unschuldige Kinder werden von den Eltern getrennt eingesperrt – in Amerika längst keine Fiktion mehr. Stephen King spinnt in seinem mehr als 60. Roman die Ungeheuerlichkeit weiter: Da werden Buben und Mädchen mit besonderen Fähigkeiten entführt und gefoltert, deren Mütter und Väter ermordet. Das Böse ist diesmal kein Horrorclown, sondern die geheime Einrichtung Das Institut. Der Meister der Gänsehaut greift in seiner aktuellsten Geschichte, die mehr Thriller als klassischer Horror ist, Verschwörungstheorien über paramilitärische Organisationen auf, die gut getarnt und ebenso vernetzt die Geschicke der Welt beeinflussen.

Übermächtige Gegner

Luke, hochintelligent und mit schwachen telekinetischen Kräften ausgestattet, wird Opfer der Organisation und landet im Institut, wo Wärter und Ärzte im Namen eines angeblich höheren Zieles ihren Sadismus ausleben. Doch der Zwölfjährige nimmt es trotz Stromstößen, Schlägen und Misshandlungen – King schont den Leser nicht mit Details – mit dem übermächtigen Gegner auf.  Das Institut ist ein guter King, ausgestattet mit den handwerklichen Trademarks des 71-jährigen Schriftstellers. Man muss King bewundern, wie er eine simple Geschichte zu einem unterhaltsamen Schmöker ausbreitet, der ein breites Publikum erreicht, politische Seitenhiebe enthält und trotz wiederkehrender Motive aus dem Schaffen des Autors (exzentrische Figuren, eine Kleinstadt im Nirgendwo als Schauplatz, Außenseiter werden Helden usw.) nicht wie ein King-Malen-Nach-Zahlen wirkt. Und die Botschaft ist klar: Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel und gemeinsam lässt sich etwas bewegen – in diesem Fall buchstäblich.

Das Institut, Stephen King, Heyne Verlag, 768 Seiten