Eine Kulturstätte wird zum Kunstobjekt

Kultur / 14.09.2019 • 13:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Foto-Installationen führen die Besucher durch die letzten 25 Jahre und rufen gleichzeitig spannende Projekte in Erinnerung. 

Die Artenne blickt in ihrer Jubiläumsausstellung auf 25 Jahre Kunstschaffen zurück und wird erstmals selbst als Kunstobjekt inszeniert.

Nenzing Im Jahr 1994 öffnete die Tenne des alten Bauernhauses der Familie Schlatter unter dem Namen „Tenneale“ erstmals ihre Tore in Form eines offenen Ateliers. Das war die Geburtsstunde der mittlerweile multifunktionalen Kulturstätte Artenne, die in den letzten 25 Jahren zahlreichen Künstlern einen Raum für ihr Kunstschaffen geboten hat. Dieses Jahr wird mit der Ausstellung „Artenne 25“ Jubiläum gefeiert und die Nenzinger Kulturinitiative als Ort sowie Archiv für die Besucher erleb- und begehbar gemacht.

Spätestens bei der aktuellen Jubiläumsausstellung wird klar, dass die Artenne nicht nur als Galerie dient: Unter der Leitung von Sarah Schlatter (36) werden Aufnahmen von Archivmaterialien ausgestellt, die die Besucher durch die vergangenen 25 Jahre führen und gleichzeitig viele interessante Projekte in Erinnerung rufen. Die Künstlerin, die in Wien, Bozen und Leipzig studierte und heute in Berlin lebt, ist am Hof des alten Bauernhauses aufgewachsen und hat somit die Entwicklung von klein auf miterlebt.

Die Foto-Installationen führen die Besucher durch die letzten 25 Jahre und rufen gleichzeitig spannende Projekte in Erinnerung. 
Die Foto-Installationen führen die Besucher durch die letzten 25 Jahre und rufen gleichzeitig spannende Projekte in Erinnerung. 

„Der Raum war zwar immer derselbe, jedoch wirkte er mit jeder Ausstellung anders“, erklärt Schlatter. Um sich ein Bild von der wandelbaren Atmosphäre der Artenne machen zu können, hängen die Installationen in Form von Fotografien genau an jenem Ort, an dem sie auch damals ausgestellt wurden. Damit entsteht anhand verschiedener Zeitschichten ein Ausstellungsensemble, das die Besucher in ein dreidimensionales Fotoerlebnis eintauchen lässt. „Die Fotografien werden in den Mittelpunkt gestellt“, sagt die Künstlerin. „Ich möchte sie für sich sprechen lassen.“

Kuratorin Sarah Schlatter gewährt den Besuchern einen Blick in die Geschichte der Artenne.
Kuratorin Sarah Schlatter gewährt den Besuchern einen Blick in die Geschichte der Artenne.

Der Familie war es immer schon ein Anliegen, sich regionalen Themen zu widmen und damit ein Bewusstsein für das Kulturerbe zu fördern. Aus diesem Grund beschäftigt sich die Artenne nun seit mehreren Jahren mit Sammlungen regionaler Kulturgüter und Alltagsgegenstände, die auch bei dieser Ausstellung ihren Platz finden.

Als Plattform für Kunst und Kultur begeistert die Artenne mit ihrem Charme jährlich zahlreiche Besucher. Die Jubiläumsausstellung soll die vergangenen 25 Jahre Revue passieren lassen und mit einem breiten Rahmenprogramm Einblicke in die Weiten des Archivs gewähren. Die Fotografien lassen einen jedoch nicht nur in der Vergangenheit schwelgen, sondern geben auch Anreize, über Zukünftiges nachzudenken. Derya Metzler

„Artenne 25“: bis 20. Oktober, Mo und So, 16-19 Uhr, komplettes Programm unter: artenne.at