Feinen Humor einer Künstlerin verstanden

Kultur / 24.09.2019 • 10:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die neue Hypo-Kunstpreisträgerin Christine Lederer mit einem Ausschnitt aus dem preisgekrönten Werk. AG

Christine Lederer wurde am Montagabend mit dem Hypo-Kunstpreis ausgezeichnet.

Christa Dietrich

Bregenz Künstlerinnen mischen in den letzten Jahren kräftig und qualitätsvoll mit. Das zeigt sich seit einiger Zeit auch in der regionalen Ausstellungsszene und das wurde nun bei der Vergabe des Hypo-Kunstpreises deutlich. Die renommierte Auszeichnung ist am Montagabend in Bregenz an die Vorarlberger Künstlerin Christine Lederer (geb. 1976) verliehen worden. „Der Preis ist für mich ein Zuspruch, dass die Arbeit mit ihren weiblichen Thematiken in ihrer Tiefe mit all dem Humor und Sarkasmus verstanden wurde“, erläuterte Lederer im Gespräch mit den VN. Das großformatige fotografische Werk stammt aus einer Serie bzw. einer Installation, mit der sie mit ebensoviel Geist wie Witz und gut dosiertem Spott den Alltag als Künstlerin und Mutter thematisiert und dabei Erwartungshaltungen entsprechend entlarvend miteinbezieht. 

Die Arbeit steht in der Tradition jener von VALIE EXPORT, Louise Bourgeois oder Birgit Jürgenssen. Das sei aber nur als Anhaltspunkt erwähnt, Christine Lederer hat sich nach Ausstellungen im In- und Ausland (darunter etwa im Kunstverein Friedrichshafen) längst eine Position erobert. „Erst einmal feiern und dann eine Ausstellung in New York“, kommentiert sie ironisch die Frage, was nun auf sie zukommt. Lederer hat unter anderem an der Akademie der Bildenden Künste in München studierte und hat sich vor einiger Zeit in Bludenz ein Atelier eingerichtet.

Namhafte Jury

Die Relevanz des Hypo-Kunstpreises verdeutlichen auch die namhaften Juroren. Neben dem Kunsthistoriker Rudolf Sagmeister, Kurator am Kunsthaus Bregenz, haben Konrad Bitterli, Direktor des Kunstmuseums in Winterthur, Sabine Folie, Leiter des Linzer VALIE-EXPORT-Centers, die Kunsthistorikerin Christa Häusler von den Galerien Häusler Contemporary in München und Zürich sowie Winfried Nussbaummüller, der Leiter der Kulturabteilung im Amt der Vorarlberger Landesregierung, die Preisträgerin bestimmt und festgelegt, welche weiteren Werke angekauft werden. Man beabsichtige mit dem Preis „exzellente Leistungen ambitionierter Künstlerinnen und Künstler mit Vorarlberg-Bezug“ zu fördern, betont Hypo-Bank-Vorstandsmitglied Johannes Hefel.

Jubiläum

Der Hypo-Kunstpreis wurde vor 35. Jahren erstmals ausgelobt und wurde heuer zum 10. Mal vergeben. Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, das ausgewählte Werk wird ebenso angekauft wie jene weiterer Künstler, die die Jury somit vorgeschlagen hat. In den letzten Jahren ist damit eine beachtliche Sammlung von Arbeiten zustande gekommen, die zum Teil in den Bankräumlichkeiten in Vorarlberg sowie in Wien, Graz oder St. Gallen zu sehen sind. Eine Ausstellung zum Hypo-Kunstpreis ist im Rahmen der „Langen Nacht der Museen“ am 5. Oktober in der Hypo-Zentrale in Bregenz geöffnet.

Weit über 100 Künstlerinnen und Künstler haben heuer nach der Ausschreibung im Mai Werke eingereicht. Die aktuelle Liste der Ankäufe bestätigt die erwähnte gute Präsenz der Frauen. Neu in die Hypo-Sammlung aufgenommen wurden nämlich noch Arbeiten von Sarah Bechter (geb. 1989), Cäcilia Falk (geb. 1963), Selina Reiterer (geb. 1985), Claudia Larcher (geb. 1979), Michael Mittermayer (geb. 1961), Thomas Hoor (geb. 1968), Stoph Sauter (geb. 1963) und vom Duo Mathias Bildstein/Philippe Glatz (geb. 1978, 1979).