Ein Streifzug durch mehrere Jahrhunderte

Kultur / 30.09.2019 • 20:42 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

In der Langen Nacht der Museen ist in nahezu 100 Häusern im Vierländereck eine Vielfalt an Themen zu erkunden.

Schwarzach Von der ältesten Nähmaschine über Grammophone aus der Zeit von 1890 bis hin zur modernsten Visualisierungsplattform für Immobilien: Das Erlebnisspektrum der diesjährigen Langen Nacht der Museen könnte vielfältiger nicht sein. Eine der größten Kulturinitiative des Landes, die Lange Nacht der Museen des ORF, wurde vor 20 Jahren ins Leben gerufen. Kommenden Samstag, 5. Oktober, öffnen Österreichs Museen und Kulturinstitutionen von 18 bis 1 Uhr ihre Tore für Jung und Alt. In Vorarlberg kommt man in den Genuss, Kultur länderübergreifend erleben zu dürfen. Häuser bzw. Institutionen in der Ostschweiz, im Fürstentum Liechtenstein und in Süddeutschland (dort in Lindau und erstmals in Tettnang) haben sich der Initiative angeschlossen.

Dank vieler Engagierter

„Dieses einzigartige Event soll gleichermaßen ein Türöffner für Kinder, Jugendliche und Erwachsene darstellen. Durch das familienfreundliche Programm und die besonderen Öffnungszeiten kann die faszinierende Welt der Museen auch Besuchern von morgen schmackhaft gemacht werden“, betonte Jasmin Ölz, Kulturkoordinatorin des ORF Vorarlberg, bei der Programmpräsentation am Montag. „Das Angebot spiegelt die enorme Vielfalt der Sammlungen und Kultureinrichtungen in der Region wider“, erläuterte Christa Dietrich, Kulturressortleiterin der Vorarlberger Nachrichten. Sie betonte dabei, dass ohne das Engagement vieler ehrenamtlicher Museumsmitarbeiter und Helfer die Teilnahme zahlreicher kleinerer Einrichtungen an dieser Langen Nacht gar nicht möglich wäre. „Diesen Menschen, die zudem seit Wochen spezielle Programme für diesen Abend entwerfen, ist besonders zu danken.“ 

Tettnang erstmals dabei

Eine größere Stadt im Bodenseekreis hat sich für ihr Debüt besonders ins Zeug gelegt. Der Auftakt des durchgedachten Programms beginnt im Neuen Schloss in Tettnang, welches zur Barockzeit als Residenz der Grafen von Montfort diente. Des Weiteren lernen Kinder, wie Engel schön vergoldet werden, und dürfen ihre eigene ­Kreation dann auch mit nach Hause nehmen. Durch das Schloss gelangen die Besucher weiter in die Städtische Galerie, die unter dem Motto „Bin im Garten“ Kunstwerke zu Blumen, Garten und der Natur bereithält. Das Torschlossgebäude führt durch das Stadtmuseum, wo Nachtwärter die Gäste mit kleinen Taschenlampen durch Raum und Gebäude führen. Im Elektromuseum, wo die Geschichte der Elektronik der letzten 100 Jahre beschrieben wird, können unter anderem auch kleine Konsolen repariert und Taschenrechner gebaut werden. Für alle Bierliebhaber stellt das Hopfenmuseum mit der Nachstellung einer Hopfenernte vor 50 Jahren inklusive einer Bierverkostung ein Highlight dar.

Bludenz im Mittelalter

Bludenz setzt mittelalterliche Schwerpunkte in Form von Workshops zum Bau und der Entstehungsgeschichte des Oberen Tors sowie zur historischen Entwicklung des Gebäudes, in welchem seit 1922 das Stadtmuseum untergebracht ist. Ein regelrechtes Architekturjuwel stellt die Jugendstilvilla Lorünser dar, die in der Museumsnacht exklusiv geöffnet ist.

Digitalzeitalter

Ein Hotspot für alle Digital-Interessenten ist das Virtual Reality Center, kurz VR-Center Terminal V, welches als bedeutendste Digitalisierungsplattform im ganzen Land gilt. Domingo Mattle, erfolgreicher Graffiti-Künstler, kreierte hierfür eine 17 Quadratmeter große Videowand, die Erlebnisdimensionen erzeugt und es erlaubt, mittels VR-Brille in Szenen hinter dem Bild „einzutauchen“.  Außerdem können Gäste dieserart über den Lünersee und den Ochsentaler Gletscher „fliegen“. In den Frastanzer Museumswelten wurde das ungemein große Angebot um ein erst vor wenigen Tagen eröffnetes Kino-Museum angereichert.

Ausgefallenes

Der Ausstellungsraum in der  Seifenfabrik in Lauterach war von 1936  bis 1980 Produktionsstätte für Seife und Waschmittel. Bei der Sonderausstellung im Stadtmuseum Dornbirn stehen unentdeckte „Dornbirn-Geschichten“ rund um Franz Felder im Mittelpunkt. In Rauch’s Radiomuseum Lustenau bewundern Besucher Radiogeräte und Grammophone aus der Zeit von 1890 bis 1975 inklusive wertvoller Sammlerstücke aus der ganzen Welt. Im Museum für Urgeschichte in Koblach kann man sich im Torfstechen üben. Zahlreiche Häuser bieten zudem ein Programm, das speziell auf die Interessen von Kindern zugeschnitten ist. VN-jul

Das Angebot spiegelt die Vielfalt der Sammlungen wider. VN/Steurer, sams
Das Angebot spiegelt die Vielfalt der Sammlungen wider. VN/Steurer, sams
In vielen der Museen gibt es Vorführungen und Aktionen.
In vielen der Museen gibt es Vorführungen und Aktionen.

Lange Nacht der Museen

termin 5. Oktober, von 18 bis 1 Uhr

orte Vorarlberg, Schweiz, Fürstentum Liechtenstein und Süddeutschland (Lindau, Tettnang)

Angebot ingesamt 93 Häuser in Vorarlberg, Liechtenstein, Schweiz, Süddeutschland (Lindau, Tettnang)

Ticketverkauf in allen teilnehmenden Museen und Kulturinstitutionen, sowie am Infopoint bei der Haltestelle Rathaus Dornbirn (ausschließlich am 5. Oktober)

Mobilität Ticket gilt innerhalb der Verkehrsnetze, inklusive elf Sonderlinien, die auch in die Schweiz und nach Liechtenstein fahren. Tettnang und Lindau ausgeschlossen

Weitere Infos www.langenacht.ORF.at