Erst in der Pubertät und schon so erfolgreich

Kultur / 02.10.2019 • 22:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Schurken, das sind und das bleiben Martin Schelling, Goran Kovacevic, Martin Deuring und Stefan Dünser. BF/Köhler
Die Schurken, das sind und das bleiben Martin Schelling, Goran Kovacevic, Martin Deuring und Stefan Dünser. BF/Köhler

Vorarlberger Ensemble Die Schurken wird 15 und erklimmt eine große Bühne nach der anderen.

Bregenz Wer mit Martin Deuring, dem Bassisten im Bund, spricht, merkt ohnehin, dass er Superlative nicht besonders mag. Aber es nützt nichts, der Musiker, Musikvermittler und engagierte Pädagoge bildet mit seinem Kontrabass quasi die Basis in einem Ensemble, das es mittlerweile seit 15 Jahren schafft, die Menschen im In- und Ausland für die Musik zu begeistern. Und zwar junge und ältere, solche, die in den Schurken-Konzerten Neuland betreten und jene, die das klassische bzw. anspruchsvolle Repertoire intus haben. Das wurde zuletzt bei der Österreich-Premiere der Produktion „Paris! Paris!“ im Rahmen der Bregenzer Festspiele deutlich. Und mit derlei Programmen gastieren die vier Vorarlberger in der Hamburger Elbphilharmonie ebenfalls wie in Konzerthäusern der Metropolen oder in kleineren Kulturinitiativen.

Die Schurken, das sind Martin Schelling, Klarinette, Stefan Dünser, Trompete (und weitere Blasinstrumente), Goran Kovacevic, Akkordeon, und Martin Deuring, Kontrabass. Sie sind auch in anderen Ensembles oder im Symphonieorchester Vorarlberg aktiv, haben vor nunmehr eineinhalb Jahrzehnten aber begonnen, inszenierte Konzerte zu realisieren, in denen sie als Schauspieler wie als Interpreten begeistern. Wie sie es schaffen, während des Ablaufs eines solchen lockeren Programms, in dem die anspruchsvollen Musikstücke pausenlos rasch aufeinander folgen, miteinander zu kommunizieren, stellt selbst eingefleischte Musikfans immer wieder vor ein Rätsel. Über einem Schurken-Konzert herrscht ein besonderer Geist. Und dieser überträgt sich auf die Zuhörer verschiedenen Alters.

Weitere Formate entwickeln

Es ist erfreulich zu vernehmen, dass das Jubiläum keine Zäsur bedeutet. „Wir werden weiter miteinander Formate entwickeln“, bestätigt Martin Deuring. Die Musikvermittlung stehe nach wie vor an erster Stelle, neben den inszenierten Programmen wird es in der nächsten Zeit aber auch klassische Konzerte geben. „Wenn diese gut moderiert sind, dann tun sie auch ihre Wirkung.“ Das Repertoire für eine Kammermusikformation sei derart groß, dass es noch lange nicht ausgeschöpft ist. Abgesehen davon sind Deuring, Schelling, Kovacevic und Dünser  aber ohnehin erfinderisch. Sie wären nicht Die Schurken, wenn sie nicht in der Lage wären, Stücke „hemmungslos“ zu arrangieren. Außerdem zählen die Vorarlberger auch zu den wenigen Ensembles, die Aufträge an Komponisten vergeben. Und das sind dann keine Eintagsfliegen, denn üblicherweise spiele man einzelne Programme weit über 100 Mal. Vermittlungsprojekte wie jenes mit Kommissarin Flunke werden seit Jahren immer wieder gebucht. Und auch „Paris! Paris!“ entwickelt sich von Basel über Hamburg bis Wien zum Hit. VN-cd

„Wir wären keine Schurken, wenn wir nicht hemmungslos Stücke umarrangierten.“

Jubiläumskonzert Die Schurken mit Garufa!, 5. Oktober, 19.30 Uhr, AmBach, Götzis; 6. Oktober, 10 Uhr, Festspielhaus Bregenz, „Kommissarin Flunke“.