Apollon-Musagète-Quartett enthusiastisch gefeiert

Kultur / 04.10.2019 • 21:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Apollon-Musagète-Quartett im Markus-Sittikus-Saal in Hohenems. SCHUBERTIADE

Hohenems Optisch wirken die vier jungen polnischen Musiker des Apollon-Musagète-Quartetts wie aus der Zeit gefallen, wenn sie in ihren extravaganten, großkarierten Anzügen die Bühne betreten. Doch wenn sie die Bögen heben, spielen Äußerlichkeiten keine Rolle mehr, so konzentriert, so rein der Musik hingegeben wird da musiziert.

Das Konzert in im Rahmen der Schubertiade in Hohenems war Teil 2 der geplanten Aufführung aller Schubert- Streichquartette. Das Quartett in C-Dur, D 32, sein zweites, komponierte Schubert als 15-Jähriger. Vom Gesamteindruck her eher düster, trotz der Grundtonart C-Dur, ist es ein erstaunliches Werk. Der erste Satz wurde energisch interpretiert, im a-moll-Andante hört man schon die typische Schubert-Schwermut. Das Menuett klang im Trio fast wie ein Ländler, das vorwiegend in c-moll gehaltene, kontrastreiche Finale wie gemeißelt, mit vielen Hell-Dunkel-Abschattierungen. Ebenso farbig und intensiv gelang die Interpretation des g-moll-Quartetts D 173 des 18-jährigen Schubert. Auch hier zeigt der zweite Satz eine unverkennbare Schubert-Melodie. In den solistischen Stellen hatte der Cellist Piotr Skweres Gelegenheit, den satten Klang seines Instruments auszuspielen. Danach erklang das frische Menuett D 86 als Auftakt zum Rosamunde-Quartett, das zum eindringlichen Höhepunkt wurde. So geheimnisvoll, so verinnerlicht, so fast aus einer anderen Welt hat man dieses Quartett noch selten gehört. Bartosz Zachlod verlieh schon den Achtelketten der zweiten Geige zu Beginn drängende Intensität, Pavel Zaleiskij artikulierte die erste Geigenstimme traumverloren-elegant, Piotr Szumiel an der Bratsche leitete mit zerbrechlich-fragenden Läufen zur Reprise über. Der zweite Satz erklang in berückender Schönheit, wehmütig und versöhnt zugleich. Die kräftigen Cello-Rufe zu Beginn des Scherzos riefen einen wieder in die Realität zurück, im Finale bewunderte man federleichte Bögen und wieselflinke Finger.

Am Schluss herrschte beeindrucktes Schweigen, bevor der enthusiastische Applaus losbrach und mit dem Scherzo aus dem ersten Streichquartett ein Vorgeschmack auf die Fortsetzung gegeben wurde. UL