Auszeichnung für eine Unbequeme

Kultur / 10.10.2019 • 21:03 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Olga Tokarczuk bei einer Lesung in Warschau. reuters, gazeta
Olga Tokarczuk bei einer Lesung in Warschau. reuters, gazeta

Olga Tokarczuk erhält den Nobelpreis des Jahres 2018.

Stockholm Als der Anruf aus Stockholm kam, war Olga Tokarczuk gerade in Deutschland unterwegs. „Literaturnobelpreis! Sprachlos vor Freude und Glück“, lautete ihre Reaktion. Dabei sind Tokarczuk, einer der bekanntesten polnischen Autorinnen der Gegenwart, Auszeichnungen nicht fremd: Im vergangenen Jahr wurde sie mit dem Booker-Preis ausgezeichnet. Der Historienroman „Die Jakobsbücher“ sei angesichts der Migrationskrise hochaktuell, lobten Kritiker das Werk über die multikulturelle Geschichte des heute katholisch geprägten Polens. Die studierte Psychologin legt sowohl in ihren Büchern als auch bei öffentlichen Auftritten immer wieder den Finger in die Wunden ihres Landes und spart nicht mit Kritik – etwa an Fremdenfeindlichkeit.

In rechtskonservativen Medien wird die Schriftstellerin dafür teils heftig angegriffen. Dabei ist Tokarczuk vor allem an Ehrlichkeit gelegen. Sie wolle die Geschichte ihres Landes neu aufschreiben, ohne dabei „die schrecklichen Dinge“, zu verstecken, sagte sie einmal.