Volksanwaltschaft überprüft Kunsthistorisches Museum

Kultur / 11.10.2019 • 21:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wien Für Aufregung hat die kurzfristige Absage des deutschen Kunsthistorikers Eike Schmidt als künftiger Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums (KHM) in Wien gesorgt. Dabei sind, wie berichtet, auch Ungereimtheiten zu Tage getreten. Während Sabine Haag nun weiter interimistisch den großen Museumsverband leitet, hat die Volksanwaltschaft Wien ein Prüfverfahren über die Nachbesetzung Schmidts eröffnet. Demnach hat Volksanwalt Walter Rosenkranz bei Kulturminister Alexander Schallenberg „um Aufklärung und Übermittlung der bezughabenden Akten gebeten“. Es habe bereits im Frühjahr Anzeichen gegeben, dass Schmidt weiter an den Uffizien in Florenz bleiben wolle und nicht beabsichtige, nach Wien zu kommen. „Wenn dies durch einen schlechten Vertrag seitens des Kunstministeriums gefördert worden sein sollte, ist dies ein klarer Fall für eine entsprechende Aufklärung“, so Rosenkranz.

Außerdem will die Volksanwaltschaft angesichts des Frauenfördergebots nach dem Bundesmuseengesetz wissen, „aufgrund welcher Überlegungen das Bundesministerium den Kunsthistoriker Eike Schmidt als höherqualifiziert einstufte, als die seit zehn Jahren erfolgreiche KHM-Direktorin Sabine Haag“, so Rosenkranz. Schmidt war im September 2017 vom damaligen Kulturminister Thomas Drozda als künftiger KHM-Generaldirektor präsentiert worden.