Die Fortsetzung folgt bestimmt

Kultur / 13.10.2019 • 22:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Cellistin Marie Spaemann, die Intendantin in Residence, mit dem Akkordeonisten Christian Bakanic. Alpenarte/Domjanic
Cellistin Marie Spaemann, die Intendantin in Residence, mit dem Akkordeonisten Christian Bakanic. Alpenarte/Domjanic

Finale des Alpenarte-Festivals erwies sich am Sonntag als klangvolles Startzeichen in die Zukunft.

Schwarzenberg Nachdem man unter anderem mit mitreißenden Klezmer-Tönen aus einem umarrangierten Stück von Hanns Eisler in den Sonntagabend entlassen wurde, drängte sich Richard Dünsers Komposition Nocturne I. höchst angenehm ins Ohr. Im Nachklang des Konzertes, mit dem der Herbstteil des Alpenarte-Festivals im Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg beschlossen wurde, nimmt das Werk des Vorarlberger Komponisten eine Sonderstellung ein. Im dafür abgedunkelten Saal widmete sich Anna Magdalena Kokits dem wunderbaren Beispiel für eine Neoromantik, die im 21. Jahrhundert angekommen ist. Die Zeit scheint angehalten zu sein, die nächtliche Landschaft zeichnet sich vor dem inneren Auge ab. Kokits hat das Werk, wie sie ausführte, im Rahmen ihrer internationalen Auftritte in die Welt hinausgetragen. Und das mit ebenso viel individuellem Interpretationswillen wie Respekt vor dem Komponisten.

Zustimmung des Publikums

Der Vortrag ist beispielgebend für die Reihe, deren aktuelles Programm die Cellistin Marie Spaemann als Intendantin in Residence verantwortete, geht es doch auch darum, die Bandbreite der Interpretation von klassischer Musik (wobei dieser Begriff für Kompositionen bis in die Gegenwart herauf gilt) so weit auszureizen wie möglich. Und das heißt dann auch, dass Bryan Benner, der Bariton und Gitarrist aus den USA, nicht nur Schubertlieder wie Folksongs präsentiert, sondern auch Schumann bestens drauf hat und dabei auch eingefleischte Kunstliedliebhaber nicht vor den Kopf stößt. Dass fast alles möglich ist, wenn das Niveau stimmt, haben die verschiedenen Intendanten und Interpreten des Alpenarte-Festivals bereits von Anfang an zum Prinzip erhoben. Nach Konzerten am Freitag und Samstag, bei denen Komponistinnen oder das Experiment an sich unter viel Zustimmung in den Fokus rückten, war der Sonntag, an dem sich zeigte, dass sich junge Musiker auch am Abend einer Landtagswahl Aufmerksamkeit verschaffen, den Gegensätzen gewidmet. Und das heißt: Filigran emotionale Linien bei Ravel (Streichquartett in F-Dur), Flötenklänge von Nika Bauman mit witziger Animation, überschäumender Tango-Rhythmus bei Christian Bakanic und eine klangschöne Melancholie bei Piazzolla vermögen gleichermaßen zu faszinieren. Und sichtlich erfreut hat das Publikum vernommen, dass die Alpenarte-Fortsetzung im Jahr 2020 gesichert ist. VN-cd

Konzert mit Programmvorschau: 20. März 2020, Angelika-Kauffmann-Saal, Schwarzenberg.