Für einen fesselnden Blick in Österreichs Vergangenheit

Kultur / 15.10.2019 • 22:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Vorarlberger Schriftstellerin Alex Beer erhält Österreichischen Krimipreis.

Bregenz, Wattens Der zum dritten Mal vergebene Österreichische Krimipreis geht heuer an die in Bregenz geborene und in Wien lebende Autorin Alex Beer. Der mit 4000 Euro dotierte und von den Swarovski Kristallwelten gestiftete Preis wird am 25. Oktober beim Krimifest Tirol in Wattens überreicht.

„Es gibt mittlerweile sehr viele herausragende Autorinnen und Autoren, die bis weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt sind und auf internationalem Niveau agieren. Dass eine renommierte Fachjury ausgerechnet mich mit dieser prestigeträchtigen Auszeichnung bedenkt, ist deshalb eine umso größere Ehre. Ich bin überwältigt“, freute sich die Autorin.

Kriminalinspektor Emmerich

Alex Beer, das heißt, Daniela Larcher, die unter diesem Namen veröffentlicht, wurde 1977 in Bregenz geboren. Sie studierte Archäologie und lebt in Wien. Ihre historischen Krimis rund um den Wiener Kriminalinspektor August Emmerich im Wien der 1920er-Jahre brachten ihr bereits zahlreiche Auszeichnungen ein, darunter der Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur 2017 sowie eine Nominierung für den Friedrich-Glauser-Preis 2019. Vor wenigen Monaten erchient mit „Der dunkle Bote“ der vierte Roman der Serie. Mit „Unter Wölfen“ kommt bereits im November ein Roman in die Buchhandlungen, der „in ein anderes, dunkles Kapitel der Historie führt: Im Jahre 1942 kämpft Isaak Rubinstein um das Leben seiner Familie. Um sie zu schützen, infiltriert er die Gestapo und ermittelt unter falschem Namen in einem brisanten Mordfall“, heißt es. Kaum jemand vermag Elend, Angst und Schmerz so plastisch zu schildern wie Alex Beer. Die Autorin legt viel Wert auf Authentizität. Man kann ziemlich sicher sein, dass das Bild, das Beer malt, den Gegebenheiten in der jungen Republik entspricht. Dazu gehören auch der in Österreich schon lange vor dem Nationalsozialismus verbreitete Antisemitismus, separatistische Bestrebungen, Unterwanderung kaum manifestierter demokratischer Strukturen und extremistische Tendenzen. So atmosphärisch dicht und fesselnd dieser Roman auch ist, so beklemmend sei er auch, hieß es zu „Der dunkle Bote“. Das Buch enthält indirekt eine Warnung vor einem zerstörerischen Rückschritt. Verpackt ist sie in eine spannungsgeladene Geschichte mit Bösewichten, mehr oder weniger sympathischen Zeitgenossen und einem müden Antihelden. Letzterer muss am Ende feststellen, dass nichts so ist, wie es scheint, was zur Freude der Emmerich-Fans eine Fortsetzung verheißt.