Licht auf die Ungerechtigkeit werfen

Kultur / 20.10.2019 • 20:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wim Wenders hat Salgado in „Das Salz der Erde“ porträtiert. reuters
Wim Wenders hat Salgado in „Das Salz der Erde“ porträtiert. reuters

Fotokünstler Sebastião Salgado erhielt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Franfkurt/Main „Kann Fotografieren ein Akt des Friedens sein?“ Diese Frage stellt der Regisseur Wim Wenders zu Beginn seiner Laudatio in der Frankfurter Paulskirche. Es ist die Laudatio auf Sebastião Salgado (geb. 1944), der – als erster Fotograf überhaupt – den renommierten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegennahm.  Seine Mission sei, „Licht auf Ungerechtigkeit zu werfen“, sagt Salgado. Er engagierte sich gegen die Militärdiktatur in Brasilien. 1969 emigrierte er nach Paris. Für seine eindrücklichen Fotoprojekte bereiste der studierte Wirtschaftswissenschaftler mehr als 120 Länder. Und er ließ sich immer Zeit, um wirklich eine Verbindung zu den Menschen und ihren Geschichten aufzubauen. Nun steht der „Welt-Zeuge“, wie ihn Wenders nennt, in der Paulskirche und berichtet von all den Menschen, denen er bei seiner Arbeit begegnet ist. Von ausgebeuteten Arbeitern und bedrohten Ureinwohnern, von Gewaltopfern und Hungernden. Mit ihnen wolle er diesen Preis teilen. „Er blickt so tief in das Herz der Dunkelheit (…) Fast wäre er daran zerbrochen“, sagt Wenders, der Salgado in dem oscarnominierten Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ porträtierte.

Nach den unaussprechlichen Gräueln von Ruanda hat Salgado das starke Bedürfnis, Reinheit zu finden – auch die Reinheit der Umwelt, der Flora und Fauna, der Bäume und der urwüchsigen Natur. Für sein gigantisches Fotoprojekt „Genesis“ reiste er acht Jahre in zig Länder; dokumentierte die Schönheit der Schöpfung. Mit seiner Frau Lélia rief er ein Mammutprojekt ins Leben. Anfang der 90er Jahre kehrte das Paar nach Brasilien zurück und gründete das „Instituto Terra“. Auf zerstörtem Boden starten sie eine Wiederaufforstung des Regenwalds. Bislang wurden dort um die 2,7 Millionen Bäume gepflanzt. „Irgendwie müssen wir neue Mittel und Wege des Zusammenlebens finden“, so Salgados Appell.

Salgado zeigt die Gegenwart:
Salgado zeigt die Gegenwart: „Wir dürfen den Blick nicht abwenden.“