Ein Siegerstück nach dem anderen

Kultur / 29.10.2019 • 12:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
 Szene aus "Der Sprecher und die Souffleuse" von Miroslava Svolikova. TaL/Milatovic
Szene aus „Der Sprecher und die Souffleuse“ von Miroslava Svolikova. TaL/Milatovic

Katharina Klein und Miroslava Svolikova bestätigen den Wert von Wettbewerben und Vernetzung.

Christa Dietrich

Bregenz Beim Theater Kosmos geht es nun Schlag auf Schlag. Im Frühjahr wurde ein Stückewettbewerb für junge Autorinnen und Autoren zum Thema „Wer Gewalt sät“ ausgeschrieben, der ein derart beeindruckendes Ergebnis erbrachte, dass man sich nicht nur des Siegerstückes – „Limbus“ von Florentina Hofbauer – annimmt, sondern auch ein weiteres Werk realisiert sowie ein drittes einer Schule empfahl. Während die große Produktion voraussichtlich in den nächsten Spielplan kommt, ging bei „Eine geschlossene Tür und davor und dahinter oder Gutenachtgeschichten“ alles ganz schnell. Der Text der Vorarlberger Autorin Katharina Klein wurde umgehend ins Programm der kleinen Bühne, des Kosmodroms, genommen und wird am 31. Oktober uraufgeführt. Stephan Kasimir nimmt sich als Regisseur der vielschichtigen Figuren an. Die Besetzungsliste ist für ein Kosmodrom-Stück ziemlich lang, aber wenn es um die Förderung von Nachwuchsautorinnen und -autoren geht, nimmt das Kosmos-Team besondere Mühen auf sich.

Wie ein Musikstück

Das Unternehmen ist auch Mitglied der Theaterallianz, eines Zusammenschlusses österreichischer Mittelbühnen, die ebenfalls Wettbewerbe ausloben. Mit dem Siegerstück „Der Sprecher und die Souffleuse“ von Miroslava Svolikova wurde in Bregenz soeben eine Aufführungsserie von Produktionen aus den Bundesländern beendet, die das Vorarlberger Theaterangebot enorm bereichert hat. Svolikova, geboren 1986 in Wien, behandelt auf sehr intelligente Art das Thema Partizipation. Wenn die Souffleuse schüchtern die Bühne betritt, das Publikum erblickt und erklären muss, dass die Schauspieler nicht da sind, ist das nicht ein sattsam bekannter Einstieg in eines jener Stücke, in denen eine Figur im Lichtkegel steht, die bislang ihre wichtige Funktion im Verborgenen auszuführen hatte, es entspinnt sich ein Theater im Theater, das die Mechanismen von Anerkennung und Empathie zum Thema hat, dabei auch Shakespeare zu Wort kommen lässt und die Zuschauer sanft miteinbezieht. Es ist schön, dass der bekannte Gerhard Balluch auch dem Grazer Theater am Lend zur Verfügung steht, verlagert er doch seinen König-Lear-Auftritt mit Bedacht ins Absurde. Seine Präsenz hätte durchaus länger ausfallen können, während Regisseur Pedro Martins Beja die Tempobehandlung wie in einem mehrsätzigen Musikstück ausreizte. Wer es als solches sah, erlebte den Abend, nach dem auch Christine Scherrer gut in Erinnerung bleibt,  jedenfalls als Genuss.

„Eine geschlossene Tür und davor und dahinter oder Gutenachtgeschichten“ von Katharina Klein, 31. Oktober, 1. und 2. November im Theater Kosmos in Bregenz.