Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Viel Lob und viel „Danke“

Kultur / 01.11.2019 • 20:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Gefühlte, nicht gezählte 183 Mal wurde am vergangenen Mittwoch in der letzten Sitzung des XXX. Vorarlberger Landtags „Danke“ gesagt. Kein Wunder, waren doch nicht weniger als 16 Abgeordnete, ein Vizepräsident und zwei Landesräte zu verabschieden, die dem XXXI. Landtag, der sich am kommenden Mittwoch konstituieren wird, nicht mehr angehören werden. Das ist fast die Hälfte des gesamten Landesparlaments. Nachdem es Tradition hat, dass bei solchen Anlässen das Verbindende, nicht aber das Trennende hervorgehoben wird, bleibt nur der Dank. Zuerst von Landtagspräsident Harald Sonderegger an die Abgeordneten, dann von Landeshauptmann Markus Wallner an Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser und Landesrat Christian Bernhard. Es war durchaus eine erhebende Feier, dem Anlass gerecht geworden.

Auch am nächsten Mittwoch, wenn sich der neue Landtag formiert, wird es eher noch ruhig hergehen, denn da stehen nur Wahlen und Angelobungen an. Zuerst wird das Landtagspräsidium gewählt, dann die Abgeordneten angelobt, es folgt die Wahl und Angelobung der Landesregierung, schließlich werden noch die Bundesräte gewählt. Die Überraschungen werden sich sehr in Grenzen halten. Interessant könnte aber doch werden, wer die neuen Kultursprecher der Parteien sein werden. Ganz besonders interessiert, wer die Nachfolge von Christian Bernhard antreten wird, also neue Kulturlandesrätin werden wird. Und da sind die Würfel gefallen: Barbara Schöbi-Fink, in den letzten zwei Jahren schon als Landesrätin für Schule, Bildung, Wissenschaft und Sport zuständig. Man könnte nicht behaupten, dass sie sich in dieser Zeit besonders hervorgetan hätte, vor allem der einstimmige Beschluss, Vorarlberg zur Modellregion für die gemeinsame Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen zu machen, wurde angesichts der bundespolitischen Lage von Schöbi-Fink schubladisiert. Da hätte man gerne gesehen, dass sie mehr um die Sache gekämpft hätte. Unterliegen ist keine Schande, sich zu wenig einsetzen schon. Wie schaut’s bei den anderen Parteien aus? Bei den Grünen könnte Neueinsteiger Bernie Weber, bekannter Musiker (Gruppe Schellinski) und Werber im Land, für die Kultur zuständig werden. Den Freiheitlichen ist ihr langjähriger Sprecher Ernst Hagen abhanden gekommen, nun soll Hubert Kinz für die Kultur in die Bresche springen. Bei den Roten wird auch in Zukunft Manuela Auer die Kultur betreuen, und bei den Neos wird wohl weiter Sabine Scheffknecht bei der Kultur ans Rednerpult treten.

„Auch am nächsten Mittwoch, wenn sich der neue Landtag formiert, wird es eher noch ruhig hergehen.“

Walter Fink

walter.fink@vn.at

Walter Fink ist pensionierter Kulturchef des ORF Vorarlberg.