„Ich hätte nie gedacht, dass das so gut klappt“

Kultur / 04.11.2019 • 20:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die „Chor:Sinfonie“ mit Beiträgen aus allen Bundesländern wurde im Großen Saal des Wiener Musikvereins aufgeführt. chorverband
Die „Chor:Sinfonie“ mit Beiträgen aus allen Bundesländern wurde im Großen Saal des Wiener Musikvereins aufgeführt. chorverband

Große Anerkennung für den Komponisten Thomas Thurnher und Oskar Egles Chor „Pizzicanto“.

Wien Der ausgezeichnete Ruf, den sich der Dornbirner Pädagoge und Chorleiter Thomas Thurnher (53) in den vergangenen Jahren österreichweit als Komponist von Chorwerken eroberte, hat sich bei einem prestigeträchtigen Anlass erneut bestätigt. Wie berichtet, wurde Thurnher vom Österreichischen Chorverband anlässlich seines 70-Jahr-Jubiläums mit der Komposition des Vorarlberg-Teils einer „Chor:Sinfonie“ aller neun Bundesländer betraut. Sein Werk, mit jugendlicher Begeisterung vom Chor „Pizzicanto“ der Musikmittelschule Dornbirn unter Oskar Egle vorgetragen, ist bei der ersten Gesamtaufführung mit nahezu 400 Sängern am Wochenende im Großen Saal des Wiener Musikvereins vom Publikum äußerst positiv aufgenommen worden.

Die Texte für alle Länder-Teile schuf der bekannte Schriftsteller Franzobel. Der Vorarlberg-Beitrag war Hermann Gmeiner gewidmet, dem Gründer der SOS-Kinderdörfer, und erhielt das Motto „Mena tanda wena“, „Ich hab dich lieb“ in der Sprache der Zulu, das sich als Grundmotto der Kinderdorf-Idee durch das Stück zieht. Für den u. a. bei Herbert Willi am Konservatorium ausgebildeten Komponisten Thomas Thurnher eine willkommene Vorgabe, seine Musik über weite Strecken im afrikanischen Stil anzulegen und damit die von Oskar Egle ausgezeichnet vorgeschulten jungen Sängerinnen und Sänger seines Chores „Pizzicanto“ auch in diesem Bereich musikalisch anspruchsvoll zu fordern.

Dirigent Hubert Herburger: „In dem sehr klangsinnlich komponierten Stück mit spannungsvollen Kontrastteilen dominieren die Konsonanzen, zwischendurch blitzen aber immer wieder fein dosierte Dissonanzen auf. Durch diese wird die Tonalität des Stücks aber nie in Frage gestellt.“ Oskar Egle, der den Vorarlberg-Beitrag bei der Gesamtwiedergabe in Wien leitete, meinte: „Es war ein musikalisch und organisatorisch einzigartiges Projekt, dem ein geniales Konzept zugrunde liegt. Diese ‚Chor:Sinfonie‘ wird nicht wirklich als musikalische Einheit wie eine Symphonie wahrgenommen – es ist vielmehr eine Aneinanderreihung von zehn Nummern, die nur durch den gleichen Sprachstil und das gemeinsame Thema ‚Helden‘ zusammengehalten wird.“

Die Begeisterung für das Projekt war auch bei den jungen Sängerinnen und Sängern groß. Helene (14 Jahre): „Ich habe mich sehr gefreut, dass ich mit so vielen Leuten an meinem Geburtstag in einem derart berühmten Saal singen durfte.“ Clara (12 Jahre): „Noch nie habe ich mit so vielen Menschen zusammen gesungen und ich hätte nie gedacht, dass das so gut klappt.“ JU