Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Perspektiven in der Grenzregion

Kultur / 05.11.2019 • 20:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Jede Leiterin, jeder Leiter einer größeren Kulturinstitution in Vorarlberg hat bislang die Erfahrung gemacht, dass es zwar ein wissbegieriges und aufgeschlossenes Publikum gibt, das die berechtigte Forderung stellt, dass öffentlich geförderte Institutionen wie etwa das Kunsthaus und das Landestheater mindestens jene Qualität zu bieten haben, die man in den großen Städten findet, relativ rasch wurde aber auch festgestellt, dass eine wesentliche Gruppe weitgehend fehlt: die Studenten bzw. die an einem Diskurs besonders interessierte Bevölkerungsschicht.

Der Umkehrschluss ist selbstverständlich nicht derart zu banalisieren, dass etwa Unis auch die Funktion haben, den Kunst- und Kulturbetrieben Besucher zuzuführen. Neben der pragmatischen Tatsache, dass eine höhere Ausbildung eher absolviert wird, wenn es eine universitäre Einrichtung ums Eck gibt, verändern Hochschulen aber – vereinfacht gesagt – auf vielschichtige Art das öffentliche Leben.

Diesbezüglich öffnet das Arbeitsprogramm der neuen Vorarlberger Landesregierung einige erfreuliche Perspektiven. Man will nicht nur die Hochschulkooperationen ausbauen und intensivieren, sondern auch den Dialog mit der Internationalen Bodensee-Hochschule forcieren. Bei Ausschöpfung von entsprechenden EU-Programmen und Kooperationen mit den Bodensee-Anrainerstaaten wären in Zukunft also vor Ort noch weit mehr Abschlüsse möglich als jene an der Pädagogischen Hochschule oder der Musikuni in Feldkirch.

Christa Dietrich

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