Das Industriemuseum wird greifbar

Kultur / 06.11.2019 • 18:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kulturschaffende wüssten, was sie wollen. LR Schöbi-Fink will nun viel zuhören und einen kommunikativen Prozess starten. VLK/Serra
Kulturschaffende wüssten, was sie wollen. LR Schöbi-Fink will nun viel zuhören und einen kommunikativen Prozess starten. VLK/Serra

Auch die Landesgalerie ist für die neue Kulturlandesrätin Barbara Schöbi-Fink ein wichtiges Thema.

Christa Dietrich

Bregenz Während Barbara Schöbi-Fink am Mittwochvormittag die Wahl zur Landesstatthalterin und nun zum neben der Bildung auch für die Kultur zuständigen Mitglied der Vorarlberger Landesregierung annahm, absolvierte jene EU-Jury ein Besuchsprogramm im Land, die über die Vergabe des Titels Europäische Kulturhauptstadt 2024 entscheidet. Dornbirn, Hohenems und Feldkirch sind gemeinsam im Rennen. „Ich wünsche allen Beteiligten alles Gute, sie haben unglaublich viel geleistet“, bekundete die Landesrätin die Anerkennung für die Arbeit und fügte im Gespräch mit den VN an, dass die Tür zum Land auf jeden Fall offen steht. Wie immer die Entscheidung in der nächsten Woche auch ausfällt, werde man das gemeinsame Weiterarbeiten dieser Städte, der Regio Bregenzerwald sowie jener Kommunen, die sich noch anschließen mögen, unterstützen: „Es ist etwas sehr Wichtiges, dass diese Kooperation eben nicht nur ein temporäres Bekenntnis ist.“

Größtmögliche Teilhabe

Den Wert der Zusammenarbeit kommentiert Schöbi-Fink auch im Hinblick auf ein Kulturangebot, das sich über alle Regionen in Vorarlberg erstreckt und auf größtmögliche Teilhabe abzielt. Die Frage, welche Chancen sie in der Verbindung der Ressorts Bildung und Kultur sieht, wurde von der Landesrätin mit dem Verweis auf Netzwerke und Kooperationen beantwortet, die es bereits gibt und die es auch dahingehend auszuarbeiten gelte, dass junge Leute vermehrt eingebunden und selbst aktiv werden. Die Themen ihres Vorgängers Christian Bernhard habe sie stets verfolgt. Bevor sie darlegt, wo nun Prioritäten gesetzt werden, möchte sie umgehend einen kommunikativen Prozess mit den Kulturschaffenden starten. Die wüssten aus ihrer bisherigen Erfahrung sehr gut, was sie wollen, hier sieht sie ihre Rolle aber erst einmal als Zuhörende und Begleitende, bevor konkrete Schritte unternommen werden können.

Das Kulturbudget beträgt heuer etwas mehr als 24 Millionen Euro. Barbara Schöbi-Fink gibt sich zuversichtlich, dass in den nächsten Jahren eine Steigerung möglich ist: „Dazu stehe ich.“ In dieser Summe nicht inkludiert sind Infrastrukturmaßnahmen. Ob sie zuerst das oft angesprochene Industriemuseum oder gar eine Landesgalerie eröffnen wird, sei eine schwierige Frage. „Ich halte die Errichtung eines Industriemuseums für sehr wichtig.“ Genauso wäre eine Landesgalerie ein hochinteressantes Projekt. Man fördere Künstlerinnen und Künstler mit Ankäufen. Anstatt Werke im Depot zu lagern, hätten es diese verdient, dass die Arbeiten öffentlich präsent sind.

„Was das Kulturhauptstadt-Thema betrifft, steht die Tür mit und ohne Titel offen.“